ARS UNA

Connecting Arts, Religion and Sciences - Philosophy of Development

A modern Middle Way in Institutions and  Private Life  (in English and German)

Deutschland zeigt sich zögerlich,

zementiert die Herrschaft der Reichen.

Erstens die deutsche Wahl mit deutlicher Schwächung der Hauptparteien, zweitens Macrons neuer Vorstoß zu stärkerer europäischer Einigung insbesondere durch gemeinsames Budget, und drittens die trotz angeblicher verfassungsmäßiger Legalität an eine Diktatur erinnernde Repression der katalanischen Abstimmung haben die Verhältnisse in Europa und auch in Deutschland neu durchmischt.   

Da Merkel aller Voraussicht nach Regierungschefin bleiben wird, ist ihre Stellungnahme in all diesen Feldern natürlich von großter Bedeutung. Doch sie schweigt und taktiiert vorsichtig herum, wo klare Äußerungen dringend nötig erscheinen. Wie eh und je setzt sie vor allem auf kleine nationale Vorteile und geht darüber der von Macron neu aufgebrachten Vision einer besseren gesamten Gemeinschaft fast sträflich aus dem Weg, vor allem wohl aus Rücksicht auf die egoistisch wirkenden Liberalen der FDP..
Der wesentliche kritische Punkt scheint in allen Fällen ein vernünftiger Finanzausgleich als Basis jeder modernen föderalen Gemeinschaft zu sein. Die Herrschaft der Reicheren wird überall zementiert. Auch innerhalb der Bundesrepublik wird dieser immer wieder von mehr oder weniger egoistischen lokalen Fraktionen infrage gestellt, die meinen, sie kämen dabei zu kurz. Das macht deutlich, dass in dieser Hinsicht noch erhebliche aufklärerische Arbeit geleistet werden muss, damit die Überzeugung wächst, dass Finanzausgleich nicht Unterstützung von Faulheit oder Unfähigkeit bedeutet, sondern als Ansporn und Hilfe zu besserer Entwicklung verststanden werden sollte.  

© Copyright Hans J. Unsoeld, Berlin (Germany) 2017  
Updated Okt. 05, 2017