ARS UNA

Connecting Arts, Religion and Sciences - Philosophy of Development

A modern Middle Way in Institutions and  Private Life  (in English and German)

Mittlerer Weg modern - drei Worte, drei Ziele

Die aktuelle Politik,- nicht nur die deutsche, nicht nur die europäische, nein weltweit,- steckt in größten Schwierigkeiten. Die drei wesentlichen Punkte werden genau von den drei Ausdrücken “mittlerer” und “Weg” und “modern” erfasst.  

Wir haben keine Mitte mehr. Was tun?  
Es fehlt gleichermaßen eine geistige wie eine materielle Mitte. In unseren Anschauungen werden wir nach links und nach rechts gezerrt,- in vielen Bereichen. Einerseits Tradition negierende und andererseits erzkonservative religiöse Gruppierungen versuchen Einfluss auf das private wie das öffentliche Leben zu nehmen. Zerrissene dekonstruktivistische und rein konsumorientierte Kunst versuchen beide zu dominieren. Immer weiter überspezialisierte und auf der anderen Seite populistische Tendenzen breiten sich an unseren Bildungsstätten und damit auch in der Politik und im Staat aus.
Überall wird zu wenig getan, um zu einer mittleren Position zu finden. Einzelne Personen können zwar etwas, aber nicht genügend bewirken. Deshalb spielen Wahlen im Prinzip eine enorme Rolle. Doch deren Bedeutung wird nicht genügend genutzt oder sogar massiv unterlaufen und missbraucht, wie etwa das Beispiel des britischen Brexit kürzlich in erschreckender Form gezeigt hat.
Es muss dringend in stetiger, aber zügiger Form ein Ausgleich zwischen den auseinander driftenden Bevölkerungsgruppen geschaffen werden. Als DAS geeignete Mittel dafür erscheint die Erhöhung der Grundsteuer. Dieses dürfte das einzige Mittel sein, um genauso wie einen extremen Kommunismus auch einen extremen Kapitalismus zu vermeiden und aktiv einen sinnvollen Zustand zu erreichen, in welchem die Vorzüge beider Systeme beibehalten und auch die Nachteile beider Systeme vermieden werden. Die Erhöhung der Grundsteuer muss gleitend und nicht schrittweise erfolgen, so dass ein störungsfreier Übergang gewährleistet ist.  

Viele Wege scheinen blockiert zu sein. Was tun?  
Unsere Wege in eine bessere Zukunft sind sowohl geistiger als auch materieller Art. Geistige Vorgaben kommen immer noch und sogar zunehmend wieder von Glaubensüberzeugungen und der Einflussnahme von Vertretern religiöser Organisationen und beeinflussen damit stark materielle Verteilungen. Historische Beispiele zeigen die Wichtigkeit von Säkularisierung für den menschlichen Fortschritt im kulturellen und politischen Leben. Das wichtigste Mittel dazu ist eine strikte Trennung von Kirchen und Staat, welche aber neuerdings wieder weniger realisiert wird. Bestrebungen zu entscheidenden Neuerungen lassen sich so massiv unterlaufen, ohne dass es der Öffentlichkeit bewusst ist oder gemacht wird. So scheint ein erneuter und ebenfalls gleitender, aber zügiger Druck zu stärkerer Säkularisierung dringend auf die Tagesordnung zu gehören, welcher auf eine Zurückdrängung des Einflusses von Religionsvertretern in allen staatlichen Organen gerichtet ist.   

Wir wissen nicht genug, was modern bedeutet. Was tun?  
Es muss ein Bewusstsein dafür wachsen, dass eine Leitung durch fixierte, im Grunde mittelalterliche Überzeugungen einem modernen dynamisch verstandenen Leben mit laufender Eigenentscheidung sowohl im privaten wie im öffentlichen Leben diametral entgegen läuft.  Beten hilft nicht, denn das beinhaltet festhalten an vorgegebenen Glaubensgrundsätzen. Meditation dagegen meint eine persönliche Fragestellung, die davon völlig unabhängig ist und zu Resultaten führen kann, durch zuvor durch nichts bekannt gemacht waren. Modern sollte für uns also soviel wie dynamisch und nicht etwa kürzliche Zeiten bedeuten.  Das steht in klarem Gegensatz zu statischen Verhaltensweisen, die möglichst die Dinge in ihrem bisherigen Zustand behalten und nur für stabile Zustände sorgen wollen. Inzwischen ist bekannt, dass Gebäude einem Erdbeben besser standhalten, wenn sie nicht statisch starr gebaut sind, sondern in dynamischer Form nachgeben können,- eine Weisheit, die jeder Grashalm bereits kennt. Wir müssen sie auch lernen und vor allem zur Weiterentwicklung unserer gewiss nicht perfekten Demokratie einsetzen. Wenn die Parlamente nicht wirklich die Bevölkerung in ihrer tatsächlichen Zusammensetzung repräsentieren, wird dauernd versucht werden, diese in ihrer Autorität zum Beispiel durch Volksentscheide oder gar durch Umsturz infrage zu stellen. So ist Verbesserungen der Demokratie eine hohe Bedeutung zu geben

© Copyright Hans J. Unsoeld, Berlin  2017

Updated July 21, 2017