ARS UNA

Connecting Arts, Religion, Sciences - Alternative Philosophy of Development

  A modern Middle Way in Institutions and  Private Life  (in English and German)

Freiheit gibt keinen Halt
Bedroht zu viel Freiheit die Gesellschaft?


Wenn lockere Vögel wie etwa ein Rabe von Freiheit krächzen und sie offensichtlich sogar auszuleben scheinen, empfinden viele Menschen, die sich als gute Mitglieder ihrer Gesellschaft fühlen, eher Abscheu und nur selten Zustimmung.   



Das steht in krassem Gegensatz zur privat und öffentlich zunehmend erklärten positiven Einstellung zur Freiheit, welche doch in autoritären Systemen so schrecklich bedroht ist. Einsamkeit scheint moderne Gesellschaften zu bedrohen. So suchen die Menschen Zusammenhalt, doch sie fühlen sich in ihrer Suche zunehmend verunsichert und trauen sich nur ungern, allein etwas Neues zu unternehmen. Traditionen werden hochgehalten, und Fortschritt wird argwöhnisch beäugt. Sie verweisen darauf, dass sie so erzogen worden sind und dass dies gut für den Zusammenhalt der Gesellschaft ist. Man könne prinzipiell gemeinsam mehr als allein erreichen. Doch wo soll man sich zusammenschließen und mit welchem Ziel?
Beobachtung der tatsächlichen Verhältnisse zeigt deutlich und schnell, dass in diesem Punkt große Verunsicherungen bestehen. Die öffentlichen Medien, lokale Organisationen, der Bekannten- und Freundeskreis oder die eigene Familie geben widersprüchliche oder überhaupt wenig Orientierung. Wenn diese mehr oder weniger vollständig fehlt, trifft man sich eben bei Kaffee und Kuchen oder am unverbindlichen Stammtisch. Im besten Fall wird gesagt, einen eigenen Weg zu finden sei wichtig, doch sogleich werden vielleicht sogar durchaus gut gemeinte Ratschläge nachgeschoben. Dass diese bereits eine massive Beeeinflussung darstellen können, ist dabei im Allgemeinen nicht klar.
Nicht beeinflussbar zu sein wird dabei nicht selten sogar zu einer Tugend erhoben. Oft nicht ganz zu Unrecht verweisen viele Leute auf schlechte Erfahrungen, die sie im Laufe ihres Lebens mit dieser oder jener Gruppe gemacht haben oder von welcher sie gehört haben. Doch als Resultat ziehen sie sich nur allzu häufig in die schweigende Mehrheit zurück. Selbst scheinbar neutrale Philosophie wird skeptisch betrachtet und kaum als geeignet angesehen, hier einen Ausweg oder gar etwas zu finden, was anstelle der früheren brüchig gewordenen Ziele treten könnte. Festgegründete Religionen erhalten immer noch den Vorrang. Obendrein schauen alle derartigen neuen Strömungen so kompliziert aus, dass es kein Wunder zu sein scheint, wenn einfach gestrickte populistische Angebote den Vorzug erhalten.
Die alternative Philosophie setzt an genau diesen Punkten an. Einfache Darstellung wird gefordert, ohne aber in pure Behauptungen abzugleiten. Die Ausgangspunkte, Axiomatik genannt, müssen bereits einfach sein und dürfen nicht durch eine fälschlich Achtung gebietende Fachsprache vernebelt werden. Ferner müssen entscheidend neue Punkte klar herausgestellt und verständlich gemacht werden.
Als einfachste Formulierung wurden die zunächst unverdaulich abstrakt erscheinenden kurzen Sätze: „Entwicklung existiert (ist)“ und „Sein (Existenz)) entwickelt sich“ genannt. Wirkungen zwischen beiden bilden unsere Wirklichkeit. Das bedeutet den Übergang von festgefügten (statischen) zu beweglichen (dynamischen) Vorstellungen.
An dieser Stelle sollen nicht ausführliche Erklärungen, Interpretationen und mögliche Weiterführungen dieser knappen Grundsätze gegeben werden. Für alle immer notwendige Axiomatik sind keine Beweise möglich. Wichtiger erscheint, ihre durchsichtige und von keinerlei Weltanschauung beeinflusste Art herauszustellen und anzuerkennen, dass es dringend notwendig sein dürfte, für die Verbreitung von solch einfachen und gewiss unschädlichen, aber zukunftsorientierten Vorstellungen zu sorgen. Als kleiner Hinweis zur Erläuterung sei nur darauf hingewiesen, dass der erste kleine Satz „Entwicklung existiert“  zu Initiativen und Flexibilität auffordert, während der zweite Satz „Sein entwickelt sich“ Toleranz und Ausgleich beinhaltet.
„Modern heißt dynamisch“ wurde als Slogan bereits in vorhergehenden Texten genannt. Dynamik setzt jedoch Freiheit voraus. Jede Gesellschaft verlangt aber eine Einschränkung von Freiheiten zum Wohl der Gemeinschaft. Dieser Sachverhalt muss also möglichst gut in all seinen Auswirkungen erfasst, beurteilt und berücksichtigt werden, und zwar in möglichst vielerlei Hinsicht,- nicht nur rational, sondern auch gefühlsmäßig, Machtverhältnisse betreffend und bei all unseren Aktivitäten.
Wenn wir das wirklich tun, dürfte langsam oder schnell, aber auf jeden Fall klar werden, welchen unsinnigen oder gar grob schädlichen Gruppierungen nicht wenige Menschen anhängen und was eigentlich die tieferen Gründe sind. Im Prinzip bedeutet jedoch größere Freiheit ein Weniger an Gesellschaft, was nicht immer schlecht sein muss. Außenseiter können ihr viel Gutes bringen, und jede Gesellschaft sollte ein Gleichgewicht zulassen zwischen gleichermaßen nützlichen Sesshaften aller Art und Nomaden, ganz egal, ob letztere mit einem Kamel oder einem Notebook unterwegs sind, und auch auf die Gefahr hin, dass sie weniger kontrollierbar sind. 

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