ARS UNA

Connecting Arts, Religion, Sciences - Alternative Philosophy of Development

  A modern Middle Way in Institutions and  Private Life  (in English and German)

PubTalk in Berlin-Charlottenburg
Philosophische Treffen am Sonntag-Vormittag

Ausgleich und Entwicklung
Umsetzung politischer Philosophie


Das nächste offene Treffen des MoMo PubTalk wird am Sonntag, den 15. Juli 2018 um 11 Uhr wieder im Café "Al Mundo", Horstweg 5, 14059 Berlin-Charlottenburg stattfinden (U2 Sophie-Charlotte-Platz). 



Eine Bewegung für Ausgleich und Entwicklung?
Zur praktischen Umsetzung politischer Philosophie

Beitrag zum Meeting vom 24.Juni 2018


Das Treffen mit etwa zehn Teilnehmern hat in zunehmend erstaunlicher Art durch seine Dynamik überzeugt. Ganz offensichtlich weht ein frischer Wind, der die meisten Teilnehmer mitgerissen haben dürfte. Einerseits scheinen sich tatsächlich dort neue Denkanstöße zu kristallisieren, welche erheblich von denen zum Beispiel der Verantwortlichen in der aktuellen europäischen Krise unterscheiden. Andererseits sind es aber außerdem nicht nur sich in Gedanken äußernde Momente, die buchstäblich zu elektrisieren scheinen. Solche Empfindungen sind selbstverständlich mit Vorsicht zu sehen, um nicht in den sich allenthalben zeigenden Strom des neuen Populismus gerissen zu werden. Doch es handelt sich hier deutlich um etwas ganz anderes.

Diese Überzeugung mag mit wesentlich neuen Konzepten in Ansätzen zusammenhängen bzw. auf diesen beruhen, die in der bisherigen MoMo-Gruppe, aus welcher diese Treffen hervor gegangen sind, nicht in dieser Form vertreten wurden. Es geht einerseits deutlich um klare Abgrenzungen von einer scheinbar so fest bei uns etablierten Lehr-Philosophie, vor allem von ihrem statischen Festhalten an festen Grundsätzen von etablierten und heute durchaus diffus erscheinenden Strömungen, also von im Grunde fundamentalistischen Vorstellungen, wozu auch viele religiöse Einflüsse gehören. Andererseits scheint der Ansatz sehr sinnvoll und vielversprechend, gleichermaßen in Theorie und in Praxis das private und das politische Leben als Spiegelbilder voneinander zu sehen.. Das betrifft vor allem die Bereiche zwischen quasi sämtlichen überbrachten Disziplinen, insbesondere zwischen den oft auf fragwürdiger Distanz gebliebenen Geistes- und Naturwissenschaften, aber auch Kunst, Literatur und dann auch doch religiöser Art, und zwar nicht der konfessionsartig verfestigten, sondern unabhängiger und somit eher meditativer Formen.

Ein klare Vorstoß erfolgt von dem, was wir statische Zustände nennen und Thema der zunehmend als beschränkt gesehenen philosophischen Ontologie war, zu den unsere Zeit charakterisierenden dynamischen Prozessen. Ein ganz wichtiger Punkt dürfte dabei das drohende Scheitern der aktuellen deutschen und auch globalen Politik sein. Durchaus neue Ansätze zur Konfliktbewältigung und zum Umgang mit Information, die segensreiche Konsequenzen hinsichtlich des Umganges mit Machtpoker und Kompromiss-Bereitschaft haben können, sind nötig, Eine solche erweitert konzipierte Philosophie könnte sich akut in die Politik einschalten und neue Impulse im Sinne von vermittelnden Impulsen geben.

In diesem Sinne würde die Bildung etwa einer politischen Bewegung für Ausgleich und Entwicklung ein auch bei bislang nicht vorhandener Powerbasis realistischer Schritt sein, welcher in der aktuellen hiesigen Landschaft für frischen Wind und größere Flexibilität sorgen könnte. Die Zeit, dass diese Rolle von etablierten Religionen eingenommen wurde, scheint wegen deren Fixierungen gründlich vorbei zu sein, so dass eine neue flexible Philosophie guten Gewissens hier eine wesentlich größere Rolle beanspruchen könnte.

Das würde jedoch höhere Intensität voraussetzen, dass zum Beispiel nicht nur alle paar Wochen just for a talk ein Treffen stattfindet. Wenn eine solche Gesprächsrunde auch zur Ausformung von neuen Konzepten ausreichend erscheinen mag, so ist es das für praxisorientierten politischen Ansatz noch lange nicht. Wichtig erscheinen dabei vor allem klar geäußerte Vorstellungen zu einer flexiblen Strukturierung von Grenzen und hinsichtlich der damit verbundenen Tabus bzw. Tabubrüche, die den meisten Beteiligten Vorteile bringen sollten und könnten, insbesondere vor dem Hintergrund der beim vorigen Treffen besprochenen steigenden Komplexität..

In diesem Zusammenhang scheint übrigens die selbstgewählte Bezeichnung “Alternative Philiosophie” jetzt eher fragwürdig wegen der möglichen Zuordnung zur AfD. Doch wie ließen sich duale Konzepte auf bessere Art einem breiteren liberal-progressivem Publikum vermitteln, welches gewiss die erste Zielgruppe wäre? Vor allem geht es um die Bedeutung von Kultur im Leben.


©  Hans J. Unsoeld   ARS-UNA.net    Berlin 2018 

Updated June 26, 201