ARS UNA

Connecting Arts, Religion, Sciences - Alternative Philosophy of Development

  A modern Middle Way in Institutions and  Private Life  (in English and German)

Sexuelle Gewalt
Waffengewalt und Verstöße gegen gesellschaftliche Regeln


Die Anwendung von Gewalt sollte generell sanktioniert sein, also selbstverständlich auch sexuelle Gewalt. Das betrifft nicht nur die Menschenrechte, sondern im Grunde Naturrecht.
   


Nicht nur innerhalb einer Gesellschaft, also im Rahmen von Verstößen gegen die geschriebenen und auch ungeschriebenen Gesetze derselben, sondern genauso in deren Außenbereich, sprich militärisch, ist Gewalt eine üble Angelegenheit und sollte mit zunehmender Aufklärung so weit wie möglich reduziert werden, ganz besonders, wenn diese den Betroffenen bleibende Schäden zufügt oder sogar deren Tod einschließt. Gewalt ist darüber hinaus auch gegenüber Nomaden und angeblichen Wilden ebenso anzuprangern, und es sollte alles zur entsprechenden Verhütung getan werden.

In dieser Hinsicht haben insbesondere Missionare oft auf grausige Art an Gewalttaten mitgewirkt, welche sehr häufig damit motiviert und sogar gerechtfertigt wurden, dass die Menschen dort kein sexuelles Schamgefühl hätten und noch ähnlich wie Tiere lebten. Dies zeigt einerseits deutlich, dass sexuelle Empfindungen sehr stark von der jeweiligen Gesellschaft und der in ihr üblichen Erziehung bestimmt sind. Andererseits lenkt es den Blick auf die Tiere selbst, deren grausame Behandlung und Tötung ohne viel Umschweife erlaubt bleibt. Wer Schlachthöfe von innen gesehen und Treibjagden erlebt hat, wird als moderner aufgeklärter Mensch davon zutiefst betroffen sein und würde niemals selbst an solchen Dingen teilnehmen. Es wird behauptet, es komme nur auf schmerzloses Vorgehen an. Was mit Tieren in dieser Hinsicht gemacht wird, ist seinerzeit in Konzentrationslagern an Menschen umgesetzt worden. Bei der üblichen starken Differenzierung zwischen Menschen und Tieren, die nach modernen Erkenntnissen immer fragwürdiger wird, sind häufig Religionen der verschiedensten Prägungen beteiligt gewesen, was sich bis heute noch fortsetzt. Daraus kann eigentlich nur ein dringender Aufruf zu erneuter stärkerer Säkularisierng und besserem Tierschutz hergeleitet werden.

Solche Überlegungen machen deutlich, dass bezüglich sogenannter sexueller Gewalt getrennt werden sollte zwischen Gewalt an sich, die insbesondere jegliche (!) Waffengewalt einschließt, und Verstößen gegen die Regeln der jeweiligen Gesellschaft und insbesondere deren Erziehungsformen. Diese rufen nicht selten bespielsweise Reaktionen der Art hervor, dass sich Menschen von Vorkommnissen stark angeekelt vorkommen. Solche Ereignisse können fließend in zunehmende Gewalt einmünden, und hier gilt es abzuwägen bzw. den Gewaltanteil sofort herauszufiltern und vor allem dagegen vorzugehen.

Gewaltausübung ist oft Teil von Machtausübung. Dies bedeutet, dass zum Beispiel die Ausnützung von Machtpositionen durchaus Gewalt bedeuten kann. Das gilt gleichermaßen für den sexuellen Bereich wie auch in ganz anderen Gebieten, wie etwa Behinderungen von geistiger oder künstlerischer Tätigkeit oder die Beschränkung von Freizügigkeit oder beruflicher Tätigkeit. Viele derartige Vorfälle müssen durchaus als Gewalt eingestuft werden und sind in der Beurteilung ihres Ausmaßes Vorkommnisen im sexuellen Bereich gleichzustellen und entsprechend abwägend zu betrachten und gegebenenfalls zu bestrafen. Gegen sexuelle Gewalt muss also genauso wie gegen jede andere Art von Gewalt vorgegangen werden, nicht mehr und nicht weniger.     


© Copyright  Hans J. Unsoeld, Berlin 2018  
Updated Febr. 18, 2018