ARS UNA

Connecting Arts, Religion, Sciences - Alternative Philosophy of Development

  A modern Middle Way in Institutions and  Private Life  (in English and German)

Alternative Philosophie
eine Basis für modernes Recht und Zusammenhänge
zwischen
Philosophie und Meditation, Theorie und Praxis


Die Themen:


Modernität

Vier Kulturbereiche
Dualität

Systematik

Axiomatik

Regeln
Dimensionen
Von Statik zu Dynamik
Über alternative Philosophie
Philosophie und Meditation
Problem- und Konfliktlösung
Sein und Entwicklung   

Spezialisierung und Vielseitigkeit
Modernes Recht    

Erneute Säkularisierung  

Besitz  

Lernen und Konkurrenz  

Komplexität   

Gut und Böse   

Statuten   

Gesellschaftliche Bewegungen




Modernität

Glauben und Religionen sind fragwürdig geworden, weil unsere veränderliche Welt schnellere eigene Anpassung erfordert. Es bleibt aber die Überzeugung, dass die Prinzipien der Natur im wesentlichen einfach sind. Gibt es einen Weg, der uns einfach, auf schöne Weise und mit vollem Respekt für unser inneres und äußeres Leben weiterführt? Philosophie käme infrage, schien jedoch den meisten Menschen eine komplizierte Fachwissenschaft geworden zu sein. Eine populistische, unerlaubt vereinfachende Philosophie wäre genauso suspekt. Die Lösung könnte jetzt ein moderner Weg mit einem neuen Sinn von Modernität bringen, die nicht einfach etwas aus der kürzlichen Zeit bedeutet, sondern eigene Entscheidung, welche Dynamik erzeugt.

Wir lassen uns also weniger von großen Glaubenszentralen versorgen, sondern nützen unsere eigenen Entscheidungszellen nicht nur im Kopf, sondern vielleicht sogar überall in uns und können damit sowohl fitter als auch genügsamer leben, oder drastischer gesagt weniger ausbeutbar und sicherer in geringerer Abhängigkeit.

Der Schlüssel zum Zugang könnte sein, logische Beschreibung und ganzheitliches Verständnis zu kombinieren. Wenn wir die beiden bedeutendsten Ergebnisse der Physik vor etwa einem Jahrhundert nehmen und sie jetzt als Basis einer solchen Philosophie nutzen, ließe sich möglicherweise eine wesentlich vereinfachte Darstellungsform erreichen. Energie und Masse können nach der Einstein-Formel (1905) ineinander überführt werden. Wellen und Teilchen haben jedoch ein duales Wesen, wie von de Broglie (1925) gezeigt wurde. Energie und Wellen und auch Masse und Partikel bedeuten praktisch das gleiche. Indem wir die anfängliche duale Existenz von Energie und Masse als axiomatische Basis der Naturphilosophie und sogar der Naturwissenschaften akzeptieren, vermeiden wir das Thema der Schöpfung und müssen nicht sofort auf Zeit und Raum Bezug nehmen, die nicht ohne Energie und Masse definiert werden können.

Wir nehmen die Naturwissenschaften also nicht mehr nur als Ergebnis früherer Bemühungen, sondern jetzt zumindest zusätzlich auch als Ausgangspunkt unserer Vorstellungen.


Vier Kulturbereiche 
Religion, Kunst, Geistes- und Naturwissenschaften können wir als die vier wichtigsten Bereiche ansehen, in welchen sich der Übergang von der vorgegebenen Natur zu unserem beeinflussbaren Leben in Form von sogenannter Kultur widerspiegelt.    
Heute sind wir an einem Punkt angekommen, dass wir scheinbar besser wissen und verstehen, was diese vier Bereiche beinhalten, als wir das über Natur, Leben und Kultur sagen können. Um aber letztere zu umreißen, reicht es gewiss nicht aus, uns auf einzelne dieser vier Bereiche zu beziehen, sondern wir müssen sie gemeinsam und damit auch die Abhängigkeiten und Wechselwirkungen zwischen ihnen betrachten. Das kann also keine fachgebundene Aufgabe sein, was durchaus eine Rechtfertigung dafür hergibt, Philosophie wieder eine größere Rolle zuzubilligen, nachdem diese insbesondere von den Naturwissenschaften vor allem wegen fehlenden Experimenten eher zurück gedrängt worden war.
Da aber jeder der vier Bereiche eine Vielzahl von Aspekten beinhaltet, schien es meist unrealistisch, einen gemeinsamen Nenner in Philosophie finden zu wollen. Zusätzlich wurde dies dadurch erschwert, dass die übliche Philosophie sich zumeist auf ein rein rationales Vorgehen beschränkte, während das in jenen vier Bereichen ursprünglich nicht der Fall war, aber in den heutigen Wissenschaften immer mehr durchgesetzt wurde, zum Beispiel durch Geringschätzung von Intuition und Verdammung aller Spekulation. Es muss also nicht nur das Verhältnis von Natur, Leben und Kultur hinterfragt werden, sondern möglichst zusammen auch das Wesen der Philosophie selber. Doch das mag uns zu einem besseren Verständnis dessen führen, was eigentlich der Mensch selber ist.  
Das eigene mehrjährige Leben in Thailand hat überaus deutlich vor Augen geführt, wie sehr wir als Europäer uns auf den rationalen Teil des Lebens beschränken. Logisch zu denken hat bei uns einen so viel höheren Stellenwert, dass wir uns oft völlig unbewusst aus ganzheitlichen Bereichen fernhalten und damit nach eigenem Eindruck wichtigen Erfahrungen aus dem Weg gehen, welche durchaus den Charakter von Experimenten haben. Gleichzeitig kann man in fernöstlichen Ländern an vielen Punkten auf philosophische Fragen stoßen, muss aber erstaunt feststellen, dass es in jenen Sprachen überhaupt kein Wort für Philosophie und Kultur in unserem Sinn gibt. Das wird etwa als Tempeldienst umschrieben. Sollen wir das einfach zur Kenntnis nehmen oder besser unsere eigene Position infrage stellen? Die Entscheidung für letzteres hat mich veranlasst, nicht nur wie in der europäischen Tradition dem Wortsinn entsprechend in Philosophie die Liebe zur Weisheit zu sehen, sondern zu fragen, ob etwas anderes dazu kommen muss, um in neue Bereiche vorstoßen zu können. Etwas anderes hervorbringen,- ist das aber nicht der wörtliche Sinn des Wortes „alternativ“? Damit war eine alternative Philosophie auf den Plan gerufen worden, welche vollständiger als traditionell alle Bereiche des Lebens erfassen sollte, ohne jedoch in Esoterik, Glaubensbekenntnisse oder Fantastik zu verfallen.
In jedem der oben genannten vier Bereiche kann man einen vorrangig betonten menschlichen Aspekt feststellen. Religiosität hebt Moral hervor, also die Auseinandersetzung zwischen Rechtschaffenheit und Durchsetzung. Kunst sucht vor allem Balance (Harmonie) zwischen Echtheit und Fake, Geisteswissenschaften konfrontieren sich besonders mit der Deutung der materiellen Welt zwischen Sein (Ontologie) und Entwicklung, und Naturwissenschaften begegnen zunehmend der Komplexität im Konflikt zwischen logischer exakter Wahrheitssuche und statistischer unscharfer Ganzheitlichkeit.   
Vier prominente Kategorien lassen sich also konstatieren, ohne Eindeutigkeit zu verlangen, wobei die Frage entsteht, ob sich aus diesen teilweise gewiss mit einiger Willkür gewählten alle übrigen wählbaren Kategorien im Prinzip ableiten lassen. Aus den Naturwissenschaften, insbesondere der Mechanik, ist die Beschreibung in vier Dimensionen wohlbekannt, nämlich mit imaginärer Zeit und drei räumlichen Dimensionen. Der Mensch ist aber Teil der Natur und somit ebenfalls im Prinzip mit vier Dimensionen beschreibbar.
Die vier eingangs genannten Bereiche, welche in groben Zügen das umreißen, was wir unter Kultur verstehen können, haben alle die Aufgabe, Beziehungen zwischen der ursprünglich als unveränderlich (statisch) verstandenen Natur und dem stark veränderlichen (dynamischen) menschlichen Leben herzustellen. Diese Trennung zwischen zunächst nur statisch gesehener Natur und rein dynamisch interpretiertem Leben ist jedoch durch unser heutiges besseres Verständnis der Bedeutung von Komplexität relativiert.    
Geringe Komplexität ist die Voraussetzung für Logik. Logik wiederum ist eng mit Rationalität verknüpft. Ihre Verknüpfungen lassen sich im mathematischen Bereich auf vier Operatoren reduzieren. Hohe Komplexität ist dagegen praktisch synonym mit Lebensvorgängen. So verstanden ist aber Leben nicht nur das menschliche Leben oder allenfalls auch noch dasjenige von eher höheren Tieren, sondern umspannt einen viel weiteren und vermutlich unbegrenzten Bereich. Wir können heute auch von Leben fernab vom menschlichen Bereich sprechen, zum Beispiel bei molekularen oder stellaren Abläufen, welche sich ebenfalls regenerativ fortsetzen, was dringender als zuvor die uns bewegende Frage nach dem speziell Menschlichen hervorruft. 



Dualität 
Mythen meinen geisteswissenschaftlich gesehen vor allem die frühe menschliche Auseinandersetzung zwischen materieller und geistiger Welt. In den letzten vergangenen Jahrhunderten mündete diese schließlich in Dialektik zwischen Materialismus und Idealismus. Naturwissenschaftlich ausgedrückt können sie im Wesentlichen als eine Beschreibung dessen verstanden werden, was Leben genannt wird, ohne sogleich definieren zu können, was das ist. Die Auseinandersetzung oder Wechselwirkung zwischen äußerer und innerer Welt (Natur und Psyche), die von  Homer als Janusköpfigkeit der göttlichen Weisheit bezeichnet wurde, kann modern Dualität genannt werden. In den Ausdrücken Dualität und Dialektik lässt sich eine Entsprechung sehen, wenn man sagt, dass  Wechselwirkung zwischen dualen Zuständen stattfindet wie entsprechend Auseinandersetzung zwischen dialektischen Positionen.  
Klassische  Philosophie beschränkt sich weitgehend auf die rationale Auseinandersetzung (Wechselwirkung) zwischen Wahrnehmung und Verarbeitung (cognition and processing), welche ebenfalls dialektisch (dual) verstanden werden kann. Die Rationalität lässt sich dabei als ein Kind der Mythen verstehen und wird gleichsam selbstverständlich dem Kopf zugeordnet.
Zu den anderen menschlichen Körperteilen Oberleib, Unterleib und Extremitäten lassen sich aber ebenfalls jeweils duale Begriffspaare assoziieren, nämlich Gefühl und Vitalität, Sex und Macht sowie Fortbewegung und Aktivität.
In rationaler Philosophie werden meist die als animalisch empfundenen Anteile des Lebens fortgelassen. Durch die damit verbundene Tabuisierung wird eine deutliche Trennbarkeit von statischem und dynamischem Anteil (Zustand und Prozess) einfacher bzw. möglich.
Dualität lässt sich hier also zweimal in verschiedener Form konstatieren, zunächst innerhalb der einzelnen dominanten Kulturbereiche und sodann bezüglich unserer Körperteile, was insgesamt Vier-Dimensionalität bedeutet. Da nur drei Dimensionen real sein können, kommt Platon zur Empfindung des Imaginären als Schattenwelt.

Dualitäten werden aus einem Paar von gegensätzlichen, aber in Beziehung stehenden Annahmen einer Analysis gebildet, zu welchen aber zusätzliche, zunächst als sekundär akzeptierte weitere Annahmen dazu kommen.

Beispiele können sehr verschieden sein. So sind links und rechts mit einem Maßstab, Null und Eins mit Rechenregeln, Energie und Masse mit der Einstein-Formel, Existenz und Entwicklung mit Wirkungen und vieles mehr derartige Dualitäten.

Im Prinzip könnte jede der beiden Annahmen durch Aufspaltung in zwei oder mehrere Unterklassen zerlegt werden. Daraus leitet sich eine allgemeine, insbesondere zuerst in der Biologie beobachtete Kladistik ab. Die Äste sind zunächst gleichwertig, und es entsteht ein näherungsweiser, aber nicht streng symmetrischer “Stammbaum”.

In der Quantenphysik zeigte sich jedoch, dass es zum Beispiel durchaus sein kann, dass sich nur ein Ast der jeweiligen Argumente in drei Gabelungen aufspalten kann, während der andere Ast inert bleibt. Letzterer könnte als das Urargument angesehen werden, und er wird sprachlich in manchen Fällen als imaginär bezeichnet.

Die zuerst mit diesem rationalen und sprachlichen Konzept bekannt gewordene Annahme war die Vorstellung einer hier bewusst zuerst genannten imaginären Zeit und eines drei-dimensionalen realen Raums. Dieses erlaubte nicht nur statische Zustände der Mechanik zu beschreiben, sondern darüber hinaus auch dynamische Prozesse wie etwa Schwingungen.

In der Spektralanalyse der Atomphysik zeigte sich dann, dass eine Spektrallinie bei zusätzlichen Einflüssen (Spin) in drei Linien aufspalten kann. Die Zusatzannahme wurde in systematischer Beschreibung durch eine weitere Quantenzahl gegeben, eben für den Spin, welche, wie sich bald zeigte, auch halbzahlig sein konnte. Mit der Hinzunahme weiterer Quantenzahlen konnten auch weitergehende beobachtete Aufspaltungen von Spektrallinien erfasst werden, und die Verbreiterung dieser Linien erlaubte Rückschlüsse auf zusätzliche Eigenschaften, insbesondere die Geschwindigkeit. Nicht alle Linien waren also scharf, sondern manche verbreitert (fuzzy). Dass dies eine allgemeine Eigenschaft von Theorien über duale Argumente mit Nebeneinflüssen sein könnte, wird erst jetzt klar und ist wohl konsistent mit Annahmen für fuzzy Logik.



Systematik

Eine Systematik entsteht also im Prinzip durch Aufspaltungen von Anfangs-Elementen, welche sowohl kommunikative Argumente als auch physische Einheiten sein können, also in geisteswissenschaftlicher Sprechweise von ideeller oder materieller Art. Zuerst wurde diese Art der Systematik in der biologischen Evolution als leitende Idee benutzt. Alle Pflanzen sollten sich demnach von einer Urpflanze ableiten lassen und alle Tiere inkl. den Menschen von einem Urtier. Danach wurde sofort weiter geforscht nach einem Urwesen, von welchem alle Pflanzen und Tiere gemeinsam abstammen, dann nach molekularen Einheiten, welche überhaupt zur Bildung von etwas Lebendigem führten, und schließlich weiter nach organischen Grundsubstanzen, welche als Ausgangsstoffe für diese gedient haben konnten. Berechnungen der Geschwindigkeit, mit welcher solche Entwicklungen statistisch zu erwarten sind, zeigten bald, dass diese nicht in den Zeiträumen stattgefunden haben konnten, welche dafür auf der Erde zur Verfügung standen. Heute verdichten sich die Anzeichen dafür, dass wichtige Grundbausteine mit Meteoriten oder Meteoren aus dem Weltraum auf die Erde gekommen sein müssen.

Systematik hat also im Allgemeinen die Form einer hierarchischen Pyramide, an deren Spitze die leitenden Elemente stehen, also wiederum entweder Argumente oder physische Einheiten. Diese Elemente stellen die Axiomatik dar, von welcher ausgegangen werden kann oder muss. Diese können oder müssen aber nicht bewiesen werden, sondern stellen quasi ein fundamentalistisches Ensemble dar, das so oder auch anders gewählt werden kann und sich sowohl theoretisch als auch praktisch bewähren muss. Theorie und Praxis können aber auch selber als ein duales Paar verstanden werden und unterliegen denselben Kriterien. Wichtig ist, was die Ausgangselemente sind und welche als Zusatzelemente dazu kommen, um in die anfängliche Statik die notwendige Dynamik einzuführen. Geisteswissenschaftlich gesprochen entstehen dadurch aus Zuständen Prozesse.

Nicht nur die biologische Evolution, sondern auch die Entwicklung des Rechts und in jüngster Zeit die Suchmaschinen des Internets sind weitere Beispiele für derartige hierarchische Entwicklungen, für welche eine Axiomatik vorhanden sein muss. Auch bereits die Einteilung der Ordner in einem Computer oder die Anordnung von Lesezeichen für das Internet in Gruppen und Untergruppen mit weiteren Verzweigungen geben Beispiele für das quasi ubiquitäre Vorkommen solcher Kladistiken mit einer Axiomatik an der Spitze.

In der Naturbeschreibung hat sich jedoch herausgestellt, dass eine vierdimensionale Beschreibung mit einer imaginären und drei realen Dimensionen weitgehend zutreffend und auch ausreichend ist, nämlich zunächst das Raum-Zeit-System der modernen Physik. Existierende Theorien mit höher-dimensionalen “Räumen” scheinen bislang zumindest teilweise spekulativen Charakter zu haben.

Da die Lebewesen und insbesondere die Menschen aber Teil der Natur sind, muss aus Gründen der Konsistenz angenommen werden, dass auch menschliche Bereiche, insbesondere solche der Kultur, ebenfalls aus einer als imaginär zu betrachtenden und drei als real anzusehenden Kategorien bestehen müssen, welche Dimensionen “aufspannen”. Der imaginär genannte Anteil wäre dabei als anfänglich allein vorhanden zu konzipieren, also etwa archaische und vielleicht schon bei Tieren vorhandene Konzepte von Zuständen, welche noch ein statisches Verständnis beinhalten. Daraus entstanden durch Aufspaltung prozessuale Gebiete, die starke Entwicklung beinhalten, also etwa konkret Kunst, Geistes- und Naturwissenschaften. Das klingt zunächst wieder sehr spekulativ, dürfte sich aber schnell und in vielerlei Hinsicht durch Prüfungen der Konsistenz und konsistente Folgerungen erhärten lassen.

Darüber hinaus scheint aber auch der menschliche Körper, der aus der biologischen Evolution hervorgegangen ist, eine entsprechende Einteilung in einen ursprünglichen “imaginären” Teil in Form des Unterleibes aufzuweisen, welcher bei niedrigen Tieren bereits einen Lebenszyklus mit Stoffwechsel und Vermehrung aufrecht erhalten kann, im Prinzip wie bei Einzellern. Nacheinander sind dann erst Extremitäten (bei Einzellern etwa Geißeln), dann ein Kopf und schlussendlich ein Oberkörper mit einem getrennten Bereich für Energieversorgung entstanden (Herz und Lunge).



Axiomatik

Vierdimemsionalität scheint also generell ein wichtiger Moment in aller in der Natur vorkommender Systematik zu sein. Dazu muss auch eine vierdimensionale Axiomatik an der Spitze der Kladistik gehören.

Die Einführung von Axiomatik bedeutet zunächst einen rein rationalen Ansatz. Mathematische Axiomatik zur Naturbeschreibung formalisiert duale Wechselwirkung zwischen Operatoren (Quantoren und Verknüpfungen). Axiomatik kann jedoch als ein Kind alternativer Philosophie verstanden werden, wenn zunächst keine Eingrenzung auf  Denken und Wahrnehmen erfolgt. Bei Eingrenzung auf Logik sind vier Quantoren (messbare Größen) und vier logische Verknüpfungen erforderlich. Da auch hier nur drei real sein können (z.B. drei räumliche Dimensionen), ist der vierte Operator als imaginär zu betrachten. Als imaginärer Quantor kommt logisch, also bei geringer Komplexität, nur die Generationenfolge infrage, während holistisch, also bei hoher Komplexität, das wahlweise Zeit, Entstehung oder Entwicklung sein können. Während logisch als alleiniger imaginärer Operator die Negation fungiert, kann holistisch der zweite Hauptsatz der Thermodynamik diese Rolle übernehmen.  
Alternativ lässt sich sagen, dass das Sein sich entwickelt, oder stattdessen, dass Entwicklung ist (ein Sein hat). Die Beziehung zwischen Sein und Entwicklung erscheint zunächst als dualer Mythos. Modern gesehen kann damit die Wechselwirkung zwischen Materie und Feldern, also Masse und Energie verstanden werden (Einstein-Formel).  
Zwischen Logik und Holistik muss es im Prinzip einen Übergang in Art einer Dimension geben, welcher kontinuierlich sein kann. Bei höherer Komplexität bricht die Logik zusammen, was sich u.a. in Unschärfe zeigt. Folglich ist man angewiesen auf schrittweise Annäherung an Grenzwerte am Rand des Bereichs, also an etwas Unbekanntes, wie z.B. eine höhere (anfangs noch nicht definierte) Ordnung. Der einfachste Fall ist das Verlassen von linearen Systemen bei Einführung von quadratischen Termen. Wenn die Erde nicht mehr als flache Scheibe verstanden wird, müssen quadratische Terme hinzukommen, also zunächst einmal Kreise.
Rekursion als zyklische Annäherung muss sich jedoch nicht, einem häufigen Missverständnis folgend, in einem Kreis drehen, sondern kann sich (entsprechend den Planeten eines Sterns) auch als Spirale oder wandernde Ellipse an etwas Unbekanntes annähern. Verursachende Störungen können aber dann und nur dann möglich sein, falls es sich um ein nicht abgeschlossenes (zumindest in Teilen offenes) System handelt. Rekursion geht über Logik hinaus, welche somit ein nicht abgeschlossenes System ist, als dessen Außenbereich Holistik gesehen werden kann. Logik und Holistik lassen sich demnach dual verstehen. In alternativer Philosophie, jedoch nicht logisch begründbar, könnte Weisheit als Oberbegriff für Logik und Holistik zusammen verstanden werden.  


Regeln

Ist das gesamte Leben nur ein Spiel? Dieser Satz scheint höchst philosophisch zu sein, denn jedes einzelne Wort in ihm kann in vielerlei Hinsicht hinterfragt werden und führt außerdem und innerdem noch zu weiteren Möglichkeiten, in Geheimnisse einzudringen, welche neugierige Lebensforscher in ähnlich vielerlei Hinsicht reizen mögen. Sollten wir vielleicht zuerst das Vokabular klären, dann nach den Regeln schauen und uns schlussendlich nach dem orientieren, was dahinter steckt oder vielleicht auch daraus folgt? Oder geht es nur um hier und jetzt?

Die Mehrzahl der Menschen kümmert sich wenig um das, was hinter den Regeln eines Spiels oder schlicht und einfach auch des Lebens steckt. Die Regeln scheinen vorgegeben zu sein, also sowieso nicht veränderbar, und somit dürfte es wie unnötiger Zeitvertreib ausschauen, sich darum zu kümmern. Die Regeln scheinen äußerst kompliziert zu sein und werden deshalb der Kaste der Priester und Professoren als Futter überlassen.

Doch die Annahme, dass es dabei ausschließlich um Köpfchen geht, hat sich zum Beispiel bei Raben noch nicht durchgesetzt. Diese halten sich arroganterweise für die intelligentesten aller Vögel, fühlen sich gleichermaßen den großen Kondoren und den kleinen Kolibris überlegen, und ganz besonders auch den Menschen, die überhaupt nicht fliegen können.

Die Regeln haben also etwas mit Intelligenz zu tun, aber nicht nur mit Köpfchen. Geht es vor allem um Schnelligkeit? Gewiss haben die Raben großes Tempo vorzuweisen. Doch kaum ein Mensch denkt oder fühlt mit, was jene des Nachts tun. Sie verkriechen sich, sind faul und vögeln eben, was sehr wesentlich sein dürfte. Doch sie sind auch Künstler, ja, Flugkünstler.

Geht es bei den Raben wie bei Buddha einfach um einen Mittleren Weg zwischen höchst beweglich oder faul etwa in der Mitte, und zwischen Künstler oder vögeln? Ähnlich suchen sie aber auch kommunikative Kompromisse zwischen näheren und ferneren Orten für ihren Lebensunterhalt, und materielle zwischen leckerer Nahrung und notfalls auch demjenigen, was die Menschen abfällig als Aas bezeichnen. Ob diese anderen Zweibeiner auch ein vergleichbar gutes Gedächtnis- und Antikörpersystem haben?

Anpassungsfähigkeit ist also von größter Wichtigkeit. Widerspricht das aber nicht fixierten Regeln in einem Spiel? Es bleibt eigentlich nur die Folgerung, dass es um die Entwicklung von Regeln für Regeln geht, also wieder einmal um ein Metasystem, ein System, das sich selber entwickelt.

Fixierte Regeln wie in einem Schachspiel werden folglich als wenig lebenstauglich angesehen. Computerspiele können dagegen laufend weiter entwickelt werden. Sie passen sich dem Markt an. Ist der Markt so etwas wie das Leben?

Programmierer wissen genau, dass zunächst eine Umgebung definiert werden muss und sodann die eigentlichen Regeln folgen. Sie treffen damit Sprachregelungen, ohne welche keine Regeln aufgestellt werden können. Philosophen haben aber oft bereits festgelegte Sprachregelungen, reden von Ontologie, vom Sein, von Zuständen, von Statik, und kümmern sich relativ wenig um ihre Umgebung. Erst in jüngster Zeit wird die Abhängigkeit von der Sprache weiter deutlich, und auch die andere Seite des Lebens, der Welt, von Gott und den Menschen wird wirklich bewusst, dass nämlich alles fließt, sich entwickelt, ein Prozess ist und damit Dynamik.

Entsprechende Sprachregelungen tauchen nun auch wie Phoenix aus der Asche für die Regeln selber auf und könnten aufschlussreich sein,- Instinkt, Tabu, Gesetz, Axiomatik. Alle werden für interessant erklärt, doch die eigentliche spannende Frage ist diejenige nach dem nächsten Schritt. Ist das Selbstorganisation, das Wesen von sofort auf den Plan gerufener Metaaxiomatik? Kommen wir damit wieder bei den angeblichen Anfängen der Natur an und gleichzeitig an ihrem Ende? Der Rabe bittet um Entschuldigung für den Gebrauch des Wortes gleichzeitig, welcher natürlich imaginär ist.



Dimensionen  
Vier-Dimensionalität  
Menschliches Verstehen, sowohl das nach außen gerichtete als auch dessen, was der Mensch selber ist, scheint sich also unter Beschränkung auf vier Katagorien verstehen lassen, welche zwischen Dualitäten als Extrempositionen vier Dimensionen aufspannen. Damit sich aus Dualität nicht einfach wieder Dualität ergibt, muss Asymmetrie ins Spiel kommen. Als einfachste asymmetrische Annahme könnte eine erste Dimension noch ohne die Eigenschaft der Dualität angenommen werden, die unumkehrbar sein muss, was gleichbedeutend wie die Bezeichnung “imaginär” wäre. Logisch könnte sie, wie bereits gesagt, als die Negation interpretiert werden, holistisch dagegen als  der Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik, welcher als reiner Erfahrungssatz nicht bewiesen werden kann. Die anderen drei Kategorien bzw. die von ihnen aufgespannten Dimensionen müssen dann notwendigerweise umkehrbar sein und werden real genannt.
Vier-Dimensionalität beinhaltet also in klassischer mathematischer Beschreibung, vor allem der Physik der Mechanik, imaginär die Zeit (Entstehen und Vergehen), real dagegen drei räumliche Koordinaten (jeweils positiv und negativ). In der sich entwickelnden Natur können darunter entsprechend imaginär die Energie, real dagegen drei teilweise immer noch nicht gesicherte Formen von Masse (“normale” Materie, dunkle Materie und dunkle Energie) verstanden werden. Im Leben können imaginär anstelle der physikalischen Zeit Generationen (Geburt und Tod) und real anstelle des physikalischen Raumes drei Lebensbereiche (tägliches Leben, Introvertiertheit und Extrovertiertheit) zunächst allgemein konzipiert werden. In der Kultur ließen sich darunter imaginär Durchsetzung und real die drei Bereiche Unternehmen (Ökonomie), Lebenserhalt (Ökologie) und Kontrolle (Rationalität) subsummieren.
Zunächst als Illustration gemeint lassen sich auch in wesentlichen Grundbestandteilen unseres Lebens jeweils ein imaginärer und drei reale Bereiche konstatieren. Wasser beinhaltet Superfluidität, welche vielleicht einen Beitrag zum Begriff des “Imaginären” liefern könnte, und die drei durchaus real verständlichen Phasen fest, flüssig und gasförmig. Der menschliche Körper beinhaltet den imaginären Bereich im Unterleib (Liebe bzw. Anziehung und Sex bzw. Vermehrung) und drei reale Bereiche, nämlich in evolutionärerv Reihenfolge die Extremitäten (Bewegung und Aktivitäten), den Kopf (Wahrnehmung und Verarbeitung) und den Oberleib (Gefühl und Fitness). Dies mag zunächst einen unwissenschaftlichen Eindruck machen, enthält aber mit einiger Wahrscheinlichkeit doch bedenkenswerte und begründbare Ideen.  

Wechselwirkung und Rekursion  
(Wahrheit und Dichtung)  

Leben entsteht,
die Zeit vergeht,
der Tod tut not,
Not ist auch Leben.  

Von Statik zu Dynamik  
Rekursion scheint generell noch ein weithin unterschätztes Verfahren nicht nur in manchen mathematischen Bereichen, sondern auch dafür zu sein, um zu tieferem Verständnis von gemeinhin eher als selbstverständlich gehaltenen Begriffen wie etwa Leben zu kommen. Dies wird deutlich, wenn wir fragen, ob wir von Leben reden können in der Makrowelt (bezogen auf die Erde oder das Sonnensystem oder eine Galaxie) oder ebenso in der Mikrowelt (bewegliche Moleküle, Atome oder Elementarteilchen, welche quantenmechanisch bereits als Wechselwirkung zwischen Partikeln und Feldern verstanden werden).  Dies kommt auch in historischen Kontroversen zum Ausdruck, ob „das“ Leben entstanden sei oder sich entwickelt habe. So wird der Ontologie eine Philosophie der Entwicklung entgegen gesetzt, was de facto dem Begriff der Rekursion eine zentrale Bedeutung gibt. Entstehung und Entwicklung können so auch als zueinander duale Begriffe verstanden werden. Dies mag ähnlich auch für andere derartige oft unreflektiert akzeptierte Begriffe wie z.B. Freiheit gelten.
In der klassischen Wissenschaftstheorie sagt man, eine Ursache bewirke ein Ergebnis, welches als Wirkung genommen wird.. Als wesentlicher Mangel der klassischen Formulierung erscheinen die meist unzureichenden Definitionen der verwendeten Ausdrücke. Insbesondere durch die neue Theorie der Fraktale setzt sich stattdessen die mit der Mathematik konsistente Formulierung immer mehr durch, dass man sagt, ein Zustand in einer Generation n+1 sei eine Funktion eines Zustandes in einer Generation n. Damit ergibt sich eine zwar nur scheinbar einfache funktionale Verknüpfung von Prozessen mit Zuständen, welche aber zwingend eine Singularität enthält (z.B. Geburt und Tod) und damit entscheidend über die klassische Funktionsmathematik hinausgeht:
         f(n+1) = a + b * f (n)

welche zwar auch Singularitäten beschreibt, jedoch ihre eigentliche Bedeutung nicht zu erfassen scheint.
Der Begriff der Wirkung schließt also zwingend den Übergang von einer Generation auf die folgende ein, wie auch immer eine derartige Generation verstanden sei. Im einfachsten und alltäglichen Fall wird dabei von der Zeit ausgegangen, was jedoch fälschlich Kontinuität suggerieren kann.
Wegen besagter Singularität ist der Übergang von statischer Zustandsbeschreibung zu dynamischer Prozessbeschreibung zwangsläufig Bewusstseins-erweiternd, wie z.B. der Übergang vom Bild einer flachen Erde zur Vorstellung der Erde als Kugel. Allgemeiner lassen sich die Quadratur des Kreises und ähnlich z.B. auch die Frage, ob zuerst das Huhn oder das Ei entstanden sei, nur durch die Hinzunahme eines Außenbereichs erfassen, d.h. in einem nicht abgeschlossenen System, welches Störungen von außen beinhaltet.
Solche Singularitäten und zuvor unbewusste Einflüsse von außen einschließende Übergänge werden im Prinzip von dem 1962 von Thomas S. Kuhn geprägten Ausdruck Paradigmawechsel erfasst.  



Alternative Philosophie  
ist auf den ersten Blick vage definiert und primitiv und hat nichts zum Lernen anzubieten. Es besteht die Gefahr, dass Hochschul-Philosophen damit verhungern. In dieser Hinsicht und nicht zufällig ähnelt sie minimaler Musik. Vielleicht gefällt das nicht, obwohl es keine Verachtung für irgendeine Art von so genannter klassischer Musik einschließlich gregorianischem Gesang bedeutet, welcher sogar kreativ verwendet wird. Dasselbe gilt für alternative Philosophie, die auch bereits als Minimal-Philosophie bezeichnet wurde. Doch dadurch wird es noch schwieriger sein, ihre einfache Art als Schönheit deutlich zu machen für zumeist hochspezialisierte Fachleute von fragwürdig weithin akzeptierter Peer-Review.
Das neue geliebte Kind liebt seinerseits Homer genauso, wie Minimal Music jenen Gregorius gerne annimmt. Beide waren irgendwie Mönche, aber beide nur zu etwa fünfzig Prozent, denn sie hielten sich auch an einen damals schon heimlich akzeptierten Mittleren Weg, der in der Glaubensdoktrin nicht vorgesehen war.  
Aber wir sollten einen wesentlichen oben erwähnten Punkt nicht übersehen. Sie können nicht oder besser gesagt, es ist wohl überhaupt nicht möglich, eine derartige Mini-Philosophie zu lernen. Der Grund ist regelmäßigen Hörern von Minimal-Musik völlig klar. Sie haben wohl bemerkt, dass in jenen Kreationen scheinbar wenig passiert. Aber in einem zweiten Durchlauf kann man bemerken, dass es in einer solchen Musik von anerkannt guter Qualität fast nie zwei gleiche Takte gibt.
Kontinuierliche Variation macht ein Lernen praktisch unmöglich. Hier bekommt Lernen eine andere Bedeutung, die viel mehr als nur rationale Wahrnehmung und Verarbeitung umfasst. Es ist Musik, die vom ganzen Körper und für den ganzen Körper gemacht wird, also zumindest zum Tanzen und zum Ausdrücken von Gefühlen und sicherlich auch zum Liebe machen gut geeignet ist, wobei Denken, Verdauung, Bewegung und sogar Arbeit nicht ausgeschlossen sind. Vorsicht! Solche Arbeit könnte Spaß und Freude machen. Wichtig ist in jedem Fall die langsame, aber zugegebenermaßen nie vollständig mögliche Annäherung an etwas Unbekanntes mit eben jener Rekursion.  



Philosophie und Meditation  
Diese andere Bedeutung von Lernen wird offensichtlich mehr von Meditation als von Philosophie erfasst, welche ihrerseits vor allem Verstehen sucht. Das stellt erneut die bis heute ungelöste Frage nach der Möglichkeit von universellen Definitionen für diese beiden Begriffe, welche sehr von lokalen Kulturen abhängen. Die betonte Rationalität der westlichen Philosophien und andererseits das weitgehende Fehlen von Rationalität in den meist aus östlichen Kulturen stammenden Meditationen machen dies sofort deutlich. Doch es fällt bei kritischer Betrachtung sogleich auf, dass es jeweils eine nicht unerhebliche, aber doch klar begrenzte Anzahl sowohl von Philosophien und auch von Meditationen gibt.   
In den vorhergehenden Abschnitten wurden  die vierdimensionale Struktur und die Dualität der einzelnen Dimensionen bzw. die vermutlich notwendigen und aber auch ausreichenden vier Kategorien mit der ihnen je eigenen Dialektik hervorgehoben. Das bedeutet insgesamt jeweils acht Bereiche und zwar durchaus sowohl bei den Arten von Philosophie als auch von Meditation. 
Der entscheidende Unterschied von Philosophie und Meditation deckt sich dabei in fast erstaunlichem Maße mit dem Unterschied zwischen Theorie und Praxis, was de facto viel einfachere Definitionen für diese Begriffe quasi mitliefert, auf welche man sich durchaus unabhängig von einzelnen Kulturen einigen kann. Bemerkenswert bleibt die Tatsache, dass bereits der historische Buddhismus mit seinem Achtfachen Weg ein solches Gespür zu haben schien.
Zunächst lässt sich so gleichsam auflisten, dass man sowohl jeweils eine Art von Philosophie als auch eine Art von Meditation konzipieren kann für die sowohl dual wie auch dialektisch verständlichen Paare Wahrnehmung (cognition) und Prozessdenken (processing), für Fühlen und Körperenergie (fitness), für Sex (Tantra) und Moral (Macht), und schließlich für Aktivitäten (Beruf etc.) und Fortbewegung (Forschung und Reisen). Diese acht Arten lassen sich einerseits vier nicht unbedingt eindeutig festgelegten Kulturbereichen zuordnen und andererseits den menschlichen Körperteilen. 
Philosophie und Meditation können demnach auch als ein duales bzw. dialektisch verständliches Paar gesehen werden, was ganz neue Möglichkeiten zur Einsicht vermittelt. Ebenso lassen sich entsprechend Theorie und Praxis als ein zusammen gehöriges duales oder cum granu salis dialektisches Paar verstehen. Nicht eventueller Streit über die Definitionen dieser Begriffe ist dabei wichtig, sondern vor allem die damit involvierte Behauptung, welche sogar den Charakter einer kaum widerlegbaren Feststellung hat, dass es generell nicht auf einseitige extreme Positionen ankommt, sondern der Zwischenbereich sondiert werden muss. Das bedeutet, dass weder ausschließliche Philosophie noch ausschließliche Meditation uns weiterführen mögen, sondern eben ein immer neu zu bestimmender und in diesem Sinn als dynamisch und modern verstandener Mittlerer Weg zwischen beiden. Wegen seiner offensichtlichen Wichtigkeit, gleichermaßen für Philosophie und Meditation wie für Theorie und Praxis, sollte trotz aller Abneigung gegen fundamentalistische Hervorhebungen die Schreibung dieses Begriffs mit großen Anfangsbuchstaben gerechtfertigt sein.  



Problem- und Konfliktlösung   
Probleme lassen sich demnach im allgemeinen nicht nur durch Philosophie oder nur durch Meditation lösen, sondern bedürfen, locker gesagt, einer Mischung von beidem. Genauso bringen einseitige Theorie ebenso wie ausschließliche Praxis keine Konfliktlösung. Derartige Unausgewogenheit dürfte vielmehr Ursache von Gewalttätigkeit bis hin zu kriegerischen Auseinandersetzungen sein. Wir müssen lernen, uns in den Zwischenbereichen zu orientieren. Das kann die klassische Philiosophie alleine nicht, sondern nur eine vor allem durch Meditation erweiterte modernere alternative Philosophie, womit also nicht einfach eine vage neue Form von Philosophie gemeint ist, sondern die voll im Leben stehenden Zwischenbereiche.
Immer wieder wurde der klassischen Philosophie vor allem von naturwissenschaftlicher Seite das Fehlen von Experimenten vorgeworfen. Meditation hat tatsächlich den Charakter von derartigen Experimenten. Reproduzierbarkeit ist jedoch bei der hohen im Leben existierenden Komplexität nur näherungsweise möglich. Doch auch die Naturwissenschaften selbst haben sich inzwischen mit dem Vorkommen von Unschärfe abfinden müssen. Nur in abgeschlossenen Systemen mit einer beschränkten Zahl von Komponenten gilt strenge Logik und damit völlige Reproduzierbarkeit. Das schließt nicht aus, dass auch statistische Ergebnise reproduzierbar sein können, aber eben nicht beliebig streng. Doch auch kleinste Störungen können bereits neue Entwicklung ingang setzen.
Für das Verhältnis von Theorie und Praxis gelten ähnliche Betrachtungen, nur dass es hier im Allgemeinen nicht einfach um aufgabenartige Probleme im menschlichen Leben handelt, sondern darüber hinausgehend um potenziell gefährliche gesellschaftliche Konflikte. Statt um begrenzte persönliche Probleme geht es hier um massive Macht und Gewalt. Die Verhinderung und Verhütung von jeglicher lebensbedrohender Gewalt ist das Kernanliegen aller modernen und damit auch hier dynamisch verstandenen Gesellschaftsformen. Ideologien sind reine Theorie und Diktatur ist reine Praxis. Beide führen nicht zum Ziel, sondern nur ein derartiger ausgewogener Mittlerer Weg. Die im ersten Moment wie eine Mantra klingende Wiederholung dieses Begriffs soll jedoch nicht abschrecken, sondern die Wichtigkeit eigenen Abwägens zwischen Theorie und Praxis betonen, aus welchem sich schlussendlich auch die Kompromissfähigkeit einer ganzen  Gesellschaft ergibt. Wir müssen also vor allem diese Bereiche zwischen Theorie und Praxis fördern, wo praktisch überall große Defizite bestehen, sowohl im eigenen persönlichen Leben wie auch in jeglichen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen. Hier zu investieren dürfte die bestmögliche Verhinderung von schlimmer Gewalt und damit die beste Förderung von Konfliktlösung sein. Miteinander abzuwägen und Kompromisse zu finden mag dabei weitgehend dasselbe bedeuten.   


Sein und Entwicklung  
Bekannte Schlagworte der klassischen Philosophie können in der vorgeschlagenen alternativen Philosophie als einseitige Positionen genommen werden, zwischen welchen wir ebenfalls abwägend Stellung beziehen möchten. Mit diesen philosophischen Grundbegriffen wird versucht, sowohl Situationen als auch Kenntnisse möglichst einfach und auch allgemein-gültig zu erfassen.
Situationen können wir weitgehend als einen umgangssprachlichen Ausdruck für das Sein verstehen. Sie betreffen zunächst vorwiegend die Praxis, welche tendenziell synthetisch ausgerichtet ist. Kenntnisse beschreiben entsprechend umgangssprachlich in stärkerem Maße Entwicklung. Diese lassen sich entsprechend zunächst vorwiegend der Theorie zuordnen und sind tendenziell analytisch ausgerichtet.
Struktur ist in allen eben genannten Bereichen der wohl am meisten verwendete allgemeine bzw. übergreifende Grundbegriff für Zusammenhänge. Der Begriff lässt sich anwenden sowohl für Situationen als auch für Kenntnisse und somit in philosophisch erweiterter  Sprechweise für Sein und Entwicklung.  Er lässt sich sowohl für praktische Synthese als auch für theoretische Analyse verwenden, hat jedoch gegenüber den definierbaren Begriffen Situation und Kenntnis eine zusätzliche Dimension. Es liegt nahe, unter Situation und Kenntnis drei-dimensionale reale Begriffe zu verstehen und besagte zusätzliche Dimension von Strukturen als imaginär einzuordnen. Situationen werden drei-dimensional durch die euklidische (Vektor-)Geometrie dargestellt und Kenntnisse werden entsprechend klassisch durch funktionale (algebraische) Abhängigkeiten beschrieben. Strukturen,- man denke an natürliche Strukturen wie Gesichter, Wolken oder Flüsse,- umfassen jedoch mehr und lassen sich nur näherungsweise bzw. ausschnittsweise durch Situationen oder Kenntnisse erfassen. Die zusätzliche vierte Dimension charakterisiert also Strukturen und macht sie aber undefinierbar. Strukturen lassen sich in allgemeiner Form nur rekursiv erfassen, haben zwangsläufig dynamischen Charakter und können in diesem Sinn als  modern verstanden werden.
Militär- und Business-Strategen haben sich für Strukturen  interessiert, und insbesondere John A. Warden gliederte diesen Begriff in fünf Teile,- Führung, Prozess, Infrastruktur, Elemente und Wirkung, welche in der hier verwendeten Sprechweise als fünf Dimensionen (bzw. Kategorien) verstanden werden müssten.
Generelle Vier-Dimensionalität wurde aber auf zwei völlig verschiedene Arten sehr wahrscheinlich gemacht, nämlich sowohl durch Zuordnung zu den aus der biologischen Evolution folgenden menschlichen Körperteilen als auch zu den aus der geistigen Evolution folgenden Kulturbereichen. Daher ist mit ebenso hoher Wahrscheinlichkeit zu vermuten, dass der Begriff der Struktur ebenfalls vier-dimensional sein muss. Die Zahl der Anteile kann jedoch einfach auf vier reduziert werden durch Annahme eines Leitprozesses, also indem wir für Führung und Prozess keine Trennung annehmen. Damit werden Aussagen über einen Gott oder Führer vermieden.
Strukturen liegen sowohl kultartigen als auch innovativen Konzepten zugrunde, also gleichermaßen vielen  ganz verschiedenen Bereichen wie u.a. etwa Religion, Philosophie, Business oder gar Kampf. Für jeden Bereich erfolgt eine eigene Zuordnung, was im betreffenden aktuellen Fall unter Leitprozess, Infrastruktur, Elementen und Wirkungen verstanden wird. Das kann und soll hier nicht im Einzelnen ausgeführt werden. Insbesondere haben kultartige Konzepte statischen Charakter und entsprechen einem Zustandsdenken, während innovative Konzepte dagegen Dynamik meinen und von Prozessdenken ausgehen. Wichtig scheint jedoch, dass mit besagtem Denken nicht nur lineare, sondern auch netzwerkartige Prozesse gemeint sind und außerdem auch Vorgänge, welche über ausschließliches Denken im eigentlichen Sinn hinausgehen, also Einflüsse aus gefühlsmäßigen, animalischen und aus Aktivitäten folgenden Bereichen. Nur wirklich rein theoretische Systeme können dabei als geschlossen angenommen werden, für alle übrigen kann das nicht gezeigt werden. Dynamische Prozesse (und damit alle innovativen Prozesse) sind in einfachen Fällen stetig und kommen statischen Beschreibungen noch nahe, können jedoch auch mögliche Sprungstellen einschließen (Diskontinuitäten, Singularitäten, Unterbrechungen), was immense Bedeutung im politischen Bereich haben kann. 



Spezialisierung und Vielseitigkeit  
Statische Situationen sind ihrem Wesen nach festgelegt auf einen Leitprozess und haben damit kultartigen Charakter. Diese Festlegung kann im Prinzip auf nahezu Beliebiges erfolgen, und zwar sowohl auf Bereiche der Natur als auch auf menschliche Bereiche (teilweise bereits bei höheren Tieren). Im Falle der Natur leiten sich daraus gleichermaßen bei Menschen wie bei Tieren räumliche, also Territorialansprüche her. In den menschlichen Bereichen lassen sich entsprechende Ansprüche feststellen sowohl in allen Teilen, die sich den vier verschiedenen Körperteilen und ebenso den verschiedenen Kulturbereichen zuordnen lassen.
Territorialansprüche lassen sich besser durch Zusammenschlüsse durchsetzen, was zu Herden oder Gesellschaftsbildungen führt. Die damit verbundene Spezialisierung bezieht sich aber auf die anfänglichen Naturbedingungen und kann sich unter statischen Verhältnissen nicht an Veränderungen anpassen. Bei letzteren haben jedoch ungebundene Lebewesen, zu welchen Raubtiere, Jäger und auch moderne Notebook-Nomaden gehören, größere Chancen. Diese haben instinktiv oder durch Einsicht einen stärkeren oder sogar nahezu vollständigen dynamischen Anteil, der im Gruppen- oder gesellschaftlichen Zusammenhalt aber eher von zweifelhaftem Wert ist. Fragwürdig erscheinen insbesondere Extremfälle, also rein statisch oder rein dynamisch zu verstehende Fälle. Solche Individuen sind auf der einen Seite fest eingefügt bzw. unfrei und im Wesentlichen einem einzigen Ziel untergeordnet, und auf der anderen Seite völlig ungebunden und damit verantwortungslos. Ist es an dieser Stelle wieder angebracht, einen modernen Mittleren Weg zu verlangen, welcher dauernde eigene kleine Kurskorrekturen und Bereitschaft für Kompromisse erfordert?
In dynamischen Verhältnissen sind jedoch immer mögliche Singularitäten der kritische Punkt. In statischen Verhältnissen wird niemand von solchen Problemen geplagt, weil sie dort zwangsläufig nicht vorgesehen sein können. Doch was können Individuen in dynamischen Verhältnissen tun, um damit klar zu kommen?
Im Leben kommen laufend Singularitäten vor in Form von Geburt und Tod, von Neugründungen und Pleiten, voo neu entstehenden Territorien und anderen, welche verschwinden. Damit müssen wir umgehen lernen, was zugegebenermaßen nie vollständig möglich sein wird. Darf aber noch einmal das ungern gesehene Wort Rekursion erwähnt werden?  

Modernes Recht  
Festzulegen, was in einem Bereich als Recht gilt, scheint heute ein Grundrecht jedes Landes zu sein. Das wird militärisch und strafrechtlich auf oft nicht gerade zimperliche Weise abgesichert, und wer damit nicht einverstanden ist oder dagegen verstößt, wird abgeurteilt und „aus dem Spiel gebracht“, sei es wiederum mit militärischen oder mit strafrechtlichen Methoden.
Dieses Verfahren ist absolut menschlich in dem Sinne, dass es im Grunde gegen Naturrecht verstößt, indem z.B. die Tiere praktisch ignoriert werden. Es geht auf archaische, nach modernen Gesichtspunkten durch wenig zu rechtfertigende Grundsätze zurück, in der westlichen Welt vor allem auf römisches Recht. Das Naturrecht beruht dagegen nach heutigen Gesichtspunkten vor allem auf einer Mischung von Darwinismus mit Elementen, die wir grob als Moral bezeichnen können und aber in gewisser Form auch schon in Tierpopulationen existieren, z.B. Schutz der Verwandtschaft und Unterstützung von für wichtig erachteten Lebensbereichen.
Diese als höchst fragwürdig anzusehenden rechtlichen Zustände zu ändern könnte und sollte durchaus Aufgabe einer vereinfachten modernen und in diesem Sinne alternativen Philosophie sein, die einerseits als allgemein verständlich und andererseits als Grundlage für derartige Festlegungen anerkannt werden kann. Als wichtigste Basiselemente einer solchen Philosophie wurden nunmehr die Dualität von Sein und Entwicklung herausgestellt. Dies sind nicht wie früher Glaubensgrundsätze, sondern Ergebnisse von Erkenntnissen, welche allgemein und nicht nur im Rahmen von religiösen Identifikationen als verbindlich angesehen werden können. Will man daraus eine neue Rechtsgrundlage schaffen, so muss auf jeden Fall sowohl von einem Recht auf Sein und einem Recht auf Entwicklung ausgegangen werden. Diese beiden Rechte müssen als gleichwertige Pfeiler einer neuen Rechtsprechung anerkannt werden, was einschließt, dass eine Vermittlung zwischen den beiden Arten von Grundrecht ein primärer und absolut Vorrang habender Grundsatz moderner Rechtssprechung sein muss.   
Das beinhaltet wichtige, an bisherigen Machtanspüchen rührende Konsequenzen. Selbstverständlich kann solch ein entscheidender Schritt zu einer problemfreieren moderneren Gesellschaft nicht plötzlich und quasi per Verordnung eingeführt werden. Es kann aber sehr wohl sofort in kleinen Schritten darauf hingearbeitet und so ein sich ausbreitendes Gefühl für die Schaffung einer neuen Basis für eine wesentlich konfliktfreiere und damit bessere Welt geschaffen werden, die eigentlich automatisch eines Tages zum Durchbruch kommen sollte.   

Erneute Säkularisierung
An der Ursache der weitaus größten Zahl der aktuell die Weltpolitik und auch das private Zusammenleben von Bevölkerungen erschütternden Ereignisse des aktuellen Geschehens, wie es sich in den grimmigen täglichen Nachrichten spiegelt, sind maßgeblich religiöse Gemeinschaften aller Schattierungen beteiligt. Sie dienen im Wesentlichen lokalen Identifikationen und unternehmen praktisch nichts gegen die fast unsichtbar bleibenden gewaltigen Waffenproduktionen und den damit verbundenen Handel, sondern stehen an vielen Stellen sogar dahinter. Dies sollte endlich zur durchgängigen Erkenntnis beitragen, dass sämtliche etablierte Religionen als Teilhaber in der Machtpolitik ausgedient haben und so schnell wie möglich aus dem poltischen Geschäft ausgeschaltet werden sollten.
Das befürchtete Vakuum an ihrer Stelle kann von niemand Anderem übernommen werden als einer aber grundlegend zu überdenkenden modernisierten Philosophie, welche nicht auf rationale Denkvereine beschränkt werden kann, obwohl gegen eine rationale Philosophie nichts einzuwenden ist. Doch sie reicht nicht aus und muss dringend durch weitere Anteile erweitert werden, welche im Grunde z.B. in der unsprünglichen griechischen Philosophie vorhanden waren und dann aber Stück für Stück auf oft sehr undurchsichtige und sogar hinterhältige Weise ausgeschaltet wurden. Insbesondere die Sexfeindlichkeit, welche Religionen zur Unterstützung ihrer eigenen Machtansprüche fast regelmäßig entfalteten, spielt dabei eine wichtige Rolle, ebenso die meist sehr rücksichtslose Tierhaltung, welche quasi nie vom Respekt vor dem Leben anderer Lebewesen geleitet ist.
Eine frische Welle von Säkularisierung, durchaus im Stile von Lessings Zeiten und Ideen, aber grundlegend erneuert und modernisiert, erscheint zwingend notwendig. Religiösität ist gewiss nichts schädliches und sollte heute genauso wie etwa von Lessings „Nathan dem Weisen“ gefördert werden. Doch wo gibt es eine solche von Machtansprüchen getrennte Religiösität? Man kann sie wie Stecknadelköpfe suchen. Überall treten sofort religiöse Vertreter in Machtpositionen auf und stellen diese oder jene Forderungen, ohne dass das Bewuisstsein gefördert wird, welches Unheil damit angerichtet wird. Das gilt auch für die eigenen Reihen, also etwa die Macht, die scheinbar unverzichtbar in Mediengremien von ihnen ausgeübt wird und welche der Mehrheit der Bevölkrung als segensbringend vorkommt. Sie setzt sich fort auf jeweils beiden Seiten aller großen Parteien in den momentanen schrecklichen Konflikten im Orient und auch im fernen scheinbar so friedliebenden Asien, wo religiöse Gruppierungen schamlos mit Diktaturen zusammenarbeiten und eben solches Unheil anrichten.  


Besitz  

Am Anfang aller religiösen Organisationen steht die Errichtung von sogenannten Sakralbauten, welche aber vor allem die Schaffung von Besitz und Macht in den Händen der diesen Organisationen vorstehenden Leute schaffen, also anfangs im Allgemeinen einer Priesterkaste. Während bis dahin in frühen Gesellschaftsformen nur Bauten zu Schutzzwecken errichtet wurden, welche keinen entscheidenden persönlichen Besitz begründeten, änderte sich das mit der Schaffung von Sakralbauten grundlegend. Dadurch bekam da Volk vor allem einen Sinn für die Bedeutung von Besitz und lernte von Anfang an davor zu kuschen. Das zieht sich wie ein roter Faden durch alle folgende historische Entwicklung und wird im Laufe der Zeit zu einem tiefsitzenden, weitverbreiteten und auch heute sich noch übel fortpflanzenden Krieg zwischen Anhängern verschiedener Farben, am prominentesten durch Rot und Schwarz vertreten. Besitz ist der Auslöser von praktisch allen modernen Konflikten und so tiefsitzend, dass es den meisten Leuten einfach sinnlos erscheint, überhaupt darauf einzugehen.
Unter sich mit diesem Themenkomplex beschäftigen Menschen hat die Entdeckung des völlig verschiedenen Sozialverhaltens der ansonsten praktisch identischen Affenpopulationen auf beiden Seiten des Kongo große Aufmerksamkeit gefunden. Der Fluss hat während etwa der letzten einen Million Jahre so an Breite zugenommen, dass er für die Tiere uinüberwindbar wurde, so dass sich ganz verschiedene Verhaltensweisen herausbilden konnten. Auf der nördlichen Seite waren Ressourcen knapp und führrten zu einem aggresiven Verhalten der sich dort herausbildenden Schimpansen, welche regelrechte Kriege führen. Auf der Südseite hatten die sich dort getrennt entwickelnden Bonobos reichlich Nahrung und lernten, die dort auftretenden Konflikte durch häufigen Geschlechtsverkehr zu befriedigen. Dies scheint auch rein biologisch das sinnvollere Verfahren zu sein, weil so immer die am schnellsten reagierenden Partner zum Zuge kommen, was dem Grundprinzip der Darwinschen Selektion entspricht, dass nämlich schnelle Reaktion ein besonders wichtiges Element im Überlebenskampf ist.
Heutzutage wird dieses Element aber systematisch durch Verteufelung von solch direkter Sexualität seitens quasi aller religiöser Organisationen ausgeschaltet.
Besitz ist inzwischen zum hauptsächlich definierenden Objekt aller modernen Produktions-Organisationen geworden. Er wurde anfänglich einfach mit Gewalt insbesondere durch Landnahme in Beschlag genommen, vor allem unter Mitwirkung der damals führenden Eliten in historischen Gesellschaften, welche dann meist mehr oder weniger nahtlos in adlige und monarchistische und später andere öffentliche Strukturen übergingen.
Hier heute noch oder wieder ansetzen zu wollen, scheint nahezu aussichtslos, aber dennoch unbedingt notwendig zu sein. Das kann genau wie bei der Säkularisierung nicht plötzlich, sondern nur vorsichtig ansetzend geschehen, z.B. durch langsames Andrehen von Steuerschrauben und sich in infinitesimalen Schritten immer weiter realisierender Rückführung von Besitz in Gemeineigentum. Diese Erkenntnis deckt sich völlig mit der besorgnis erregenden Feststellung einer immer größeren Kluft zwischen Arm und Reich, welche ebenfalls vielen einsichtigen Menschen als dringendst zu reduzieren notwendig erscheint, und auch damit, dass ein wirklicher Ausgleich zwischen Kommunismus und Kapitalismus immer nioch nicht stattgefunden hat, sondern weiterhin von beiden Seiten als Sieg für sich entschieden werden sollte.
Solche Bewegung zu motivieren und vorsichtig in Gang zu setzen wird als Anliegen der alternativen Philosophie verstanden. Politik sollte also durchaus wie im platonischen Sinn  wieder ein Spross einer allerdings in ihrem Bewusstsein zu verändernden Philosophie sein, welche jetzt mit der einfach verständlichen und zu vermittelnden Vorstellung eines modernen Mittleren Wegs im Grunde klare Anleitung liefert, wie mögliche damit verbundene und auch andere Konflikte vermieden werden können. Dies kann nur in laufender, sich vorsichtig erweiternder Wechselwirkung zwischen dem privaten und öffentlichen Sektor geschehen, muss aber ebenso vorsichtig zunehmend alle zuvor genannten Bereiche umfassen, ohne dabei missverständlich als Guru, Missionar oder Prediger auftreten zu wollen. 



Lernen und Konkurrenz 
Emergenz in kleinen Schritten  
Rationale Konzepte, vor allem logische Angaben über Zustände haben insbesondere durch ihre Genauigkeit durchaus Vorteile gegenüber zumeist rekursivem Approximieren. Das gilt weitgehend unabhängig von ihrer Art. Die Beschreibung eines Bildes mit Pixeln ermöglicht z.B. die exakte Wiedergabe jedes einzelnen Punktes, dessen Größe nur durch die Zahl der Pixel bestimmt ist. Doch wird eine sehr viel höhere Zahl von Pixeln bzw. Koeffizienten benötigt als bei einer fraktalen Beschreibung, welche sich aus der Verbesserung einer anfänglichen Annahme von Generation zu Generation ergibt, aber nicht in der Lage ist, einzelne Pixel exakt wiederzugeben.
Zustände können rational bestimmt werden. Philosophisch ausgedrückt bedeutet es die Untersuchung von Sein, was im Rahmen von Statik unter Verzicht auf Dynamik mit höchster Genauigkeit erfolgen kann. Die Hinzunahme von Dynamik führt zwangsläufig zu einem Verzicht auf höchste Genauigkeit, ermöglicht aber die Entwicklung von Prozessen zu erfassen, was das eigentliche Wesen von Dynamik, Modernität und Lernen ausmacht. Bestimmen und lernen sind also grundlegend verschiedene Kategorien, wie Geisteswissenschaftler sagen, oder verschiedene Dimensionen in naturwissenschaftlicher Ausdrucksweise.
Diesen Unterschied klar zu konzipieren ist von größter Wichtigkeit in allen Bereichen zwischen Theorie und Praxis. Pixel-Bilder stellen Zustände dar, und Dynamik kann nur als Illusion durch schnelle Abfolge solcher Bilder erzeugt werden, was die Basis des Fernsehens ausmacht. Fraktale Bilder können sich dagegen jederzeit weiter entwickeln, was Lernvorgängen entspricht. Jedes einzelne Bild lässt sich im Prinzip durch Veränderung oder zusätzliche Angabe eines einzigen Koeffizienten aus dem vorherigen Bild mit minimalem Zeitverlust herleiten. Diese Überlegung gilt aber nicht nur für Bilder, sondern für alle dynamischen Prozesse und ihre Beschreibung. Lernen ist also generell die Hinzunahme von einer „zusätzlichen Kleinigkeit“ in einem folgenden Schritt und müsste somit theoretisch umso effektiver sein, je schneller diese Schritte erfolgen. Das stimmt jedoch deshalb nur begrenzt, weil jeder Schritt auch einen Energieaufwand bedeutet und Energie nicht unbegrenzt zur Verfügung steht.
Das Leben geht nach naturwissenschaftlichen Vorstellungen aus Automaten bzw. unbeweglichen Einzellern hervor. Diese springen zunächst von einem Zustand in den jeweils nächsten unter Energieänderung über, was sich durch Quantenzahlen bzw. bei niedrigen Energien durch genetischen Code kodieren bzw. beschreiben lässt. Diese Zustände können im Prinzip rational erfasst werden. Der Übergang von Statik zu Dynamik als entscheidender Schritt der biologischen Evolution in der Natur wird durch den Übergang von unbeweglichen Kristallen zu beweglichen Enzymen bewirkt, was Lernvorgänge und damit effektive Entwicklung ermöglicht. Dies ist die Basis der Ausbildung von Extremitäten, im einfachsten Fall von Geißeln bei Bakterien.
Der Unterleib von höheren Lebewesen geht aus Einzellern hervor. Der erste folgende Schritt in der Evolution sind also die Extremitäten. Dann folgt die Ausbildung eines Kopfes und zuletzt die klare Unterscheidung eines Oberkörpers. Diese weiteren Entwicklungen der biologischen Evolution können als Folgen von Lernprozessen im Sinne des Darwinismus verstanden werden. Die Annahme eines statistischen Entstehens von neuen Zuständen nur etwa durch Mutationen könnte dabei nicht die tatsächliche Geschwindigkeit der Evolution erklären. Schnellere Lernprozesse durch Übergang von Generation zu Generation sind also entscheidend wichtig.
Der Trick eines als modern im Sinne von dynamisch zu verstehenden Lernens besteht nun in der Verringerung der Generationszeit, welche nicht mehr mit der Lebensdauer identisch ist, sondern nur noch von der Energiezufuhr abhängt. Jeder einzelne Lernschritt stellt also „einfach“ eine Verbesserung gegenüber der vorherigen „Generation“ beim Lernen dar, welche nicht mehr zwangsläufig mit Geburt und Tod zu tun hat und damit das Problem von völlig destruktiven Singularitäten vermeidet. Lernen wird damit zu einem praktisch kontinuierlichen Vorgang, obwohl es schrittweise vor sich geht. Die einzelnen Schritte müssen nur möglichst schnell und mit möglichst geringem Energieverbrauch vor sich gehen, was die Basis aller Konkurrenz ist.
Jeder einzelne Schritt stellt eine zunächst infinitesimal kleine Emergenz dar. Je höher die Dichte der beteiligten Komponenten ist, desto mehr kommt dies tatsächlicher Emergenz nahe. Dies gilt generell, also gleichermaßen für Elementatteilchen, menschliche Kreativität und astronomische Super- oder Kilonovae. 
Von besonderem Interesse im menschlichen Bereich ist Lernen als biologischer Vorgang. Dieser lässt sich anfänglich zurückführen auf genetische Rekombination, von welcher wir heute wissen, dass sie auch die Mitwirkung von proteinartigen Komponenten einbeziehen kann, welche sich an die eigentliche Erbsubstanz anlagern. Höhere Evolution hat dann zur Entwicklung eines speziellen Typs von Neuronen für diesen Zweck geführt, der sog. Spiegelneuronen. Auf Einzelheiten soll an dieser Stelle nicht weiter  eingegangen werden.
Durchschnittliche Menschen in modernen Gesellschaften haben sehr wohl ein Gefühl, dass es im Kampf um Durchsetzung dort sehr wesentlich darauf ankommt, zu schnellen Entscheidungen fähig zu sein. Das zeigt sich an dem vielen Beobachtern unverständlich hohen Interesse von Handy-Benutzern, sich bei jeder nur möglichen Gelegenheit mit „Gaming“ zu beschäftigen. Diese Spiele auf den meist nicht besonders großen Displays haben ein wichtiges, allerdings meist nicht hervorgehobenes oder sogar völlig unbewusstes Ziel, nämlich schnelle Entscheidungsfähigkeit zu trainieren, was eben am besten in unzähligen winzigen Einzelschritten möglich ist. 

Komplexität
Der Umgang mit komplexen Sachverhalten mag uns zunächst als das wesentlichste Problem bei Konfrontation mit Komplexität erscheinen. Doch genauso, wie wir uns bei einer derartigen Fragestellung zuvor fragen können, was denn der Mensch selber ist, wäre es gewiss nicht falsch, mit Fragen nach der Komplexität selbst zu beginnen.
Auch diese Frage wird stark von vielen Umständen abhängen,- etwa wann und wo sie erfolgt. Im religiösen Bereich mag es um das weite Feld zwischen Stille und Unendlichkeit gehen, in der Kunst zwischen einem einzelnen Punkt und ausgefüllter Weite, in Geisteswissenschaften zwischen dem eigenen inneren Mittelpunkt und der Welt, und in Naturwissenschaften zwischen scharfer Logik und undeutlicher Ganzheitlichkeit.
Generell scheint es um Erfassbarkeit zu gehen, welche in den Naturwissenschaften schließlich in Messbarkeit mündet. Doch was ist messbar? Es geht nicht nur um die blo0e Zahl der Elemente, sondern vor allem auch um die Beziehung, dort meist Wechselwirkung genannt, jedes einzelnen Elements mit jedem anderen. So verstanden wird umfassender die Bedeutung von Komplexität deutlich, welche eng mit der Vorstellung von Netzwerk verknüpft ist.
Jedes einzelne Element hat aber im Prinzip sowohl materielles wie auch ideelles Wesen bzw. Punkt- und Feldeigenschaften und wirkt auf Einstein’s Spielwiese mit. Es kann zumindest theoretisch Materie und Energie wechselseitig ineinander umwandeln, wobei sofort an den untrennbaren Zusammenhang zwischen Theorie und Praxis hingewiesen werden muss, und es existiert nicht nur, sondern nimmt auch an Entwicklung teil.
Komplexität ist also noch viel komplexer, als wir zu erfassen fähig zu sein scheinen. Doch in jedem der oben genannten Gebiete, welche durchaus auch anders abgegrenzt werden könnten, scheint sich menschlicher Konsens herauszustellen, wie wir damit umgehen. Die religiöse Antwort mag Demut sein, die künstlerische Antwort vielleicht Kreativität, die geistige Position das Herstellen von Bezügen, und das  naturwissenschaftliche Verhalten kann von Überprüfbarkeit geprägt sein. Überall ist ein weiter Spielraum vorhanden, der sich als Spielraum der Moral, Entfaltung oder Humanität oder eben als Einstein’s Spielwiese verstehen lässt.
Der wichtigste menschliche “Sachverhalt” sind vielleicht Beziehungen. Auch hier dürfte gelten, dass das Verhältnis von zwei Personen noch eher von Logik beherrscht wird als dasjenige von drei oder noch mehr Individuen oder auch Gruppen. Unsere Gesellschaft ist im Vergleich mit früheren Zeiten und weniger entwickelten Ländern verhältnismäßig logisch orientiert und insistiert entsprechend stark auf Monogamie, also wohl für sie vorteilhaften Beziehungen zwischen jeweils nur zwei Personen. Ein kaum zu leugnender höherer Anteil von Menschen mit komplexeren Beziehungen lässt sich in asiatischen Ländern feststellen, welche mehr zur Ganzheitlichkeit neigen. Im ähnlichen Maße, wie bei uns das Gefühl für die allgemeine Vernetzung zunimmt, welche nicht nur Vorteilnahme, sondern auch Verantwortlichkeit bedeutet, lassen sich auch bei uns häufiger sogenannte poliamore Beziehungen beobachten, zu denen sich der Autor dieser Zeilen zunehmend bekennt.
Da aber politische Verhältnisse und private Strukturen sich gewiss einander widerspiegeln, sind solche Veränderungen sicher auch in der Politik vermehrt zu erwarten, was auf eine Zunahme der Bedeutung von diffuser definierten politischen Bewegungen gegenüber klarer definierten politischen Parteien hindeuten dürfte.
Dies alles mag zunächst verunsichern. Erfreulicher ist sicher, wenn das Gefühl dafür wächst, dass scheinbar klarer Fundamentalismus einer vernetzten Meinungsbildung nicht ausweichen kann. In der Kunst kann die Einsicht zunehmen, dass diese an den Grenzen zwischen niedrigerer und höherer Komplexität besonders gut gedeiht. Geisteswisenschaften werden bei Anerkennung eines diffusen Charakters höhere Wertschätzung erfahren. Die Naturwissenschaften werden ebenfalls davon profitieren, dass Unschärfebeziehungen eine deutlich weitere Gültigkeit als bisher angenommen haben.
Nicht nur einfache und komplexe Sachverhalte, sondern generell Logik und Ganzheitlichkeit können als duale Paare verstanden werden. Doch auch in der aktuellen Diskussion um menschliche Geschlechter-Beziehungen ist ein Trend von #MeToo zu #ConsentMatters festzustellen, welcher zunehmendes Verständnis für allgemeine Vernetzung unter Einbeziehung wechselseitiger Dualität reflektiert.  



Gut und Böse  
Ein chinesisches Sprichwort sagt in fragwürdiger Übersetzung: Der gute Mensch baut Brücken, der schlechte Mensch baut Mauern. Den Brücken und Mauern und ebenso Tunnel und Gräben werden  sowohl für gut gehaltene Vorteile wie auch für schlecht oder gar böse gehaltene Nachteile zugeordnet. Ist die Definition dessen, was gut oder böse genannt wird, ausschließlich von der betreffenden Gesellschaft bestimmt? Vorsicht vor den Fallen der jeweiligen Sprache! Gut und böse, nützlich oder schädlich, richtig und falsch, positiv oder negativ,- diese paarweisen Zustandsbeschreibungen haben früher vorgeherrscht. Doch die Sprachen entwickeln sich mit ihren Gesellschaften weiter. Mit Hilfe der Spiegelneuronen lernen wir, vertrauten Worten immer wieder kleine neue Wendungen zu geben, sie veränderten Bedingungen anzupassen. Mehr und mehr lernen wir, nicht nur statische Zustände zu spüren, sondern auch dynamische Prozesse. Das wird zunehmend als modern verstanden, nicht etwa einfach nur kürzliche Ereignisse.
Die Chinesen reden von Ying und Yang als von  dualen Zuständen, welche keine Wertung enthalten.  Doch Zustände und Prozesse sind nicht einfach Ying und Yang. Statik und Dynamik sind nicht gleichwertig. Körper und Materie werden statisch verstanden und mathematisch mit Skalaren beschrieben, die nicht gerichtet sind. Ideen und Energie werden dagegen dynamisch verstanden und mathematisch mit gerichteten Vektoren beschrieben.
Hat der Brücken bauende Obama recht oder der Mauern bauende Trump? Hat die Fluchttunnel liebende Merkel recht oder der Grenzgräben vertiefende Seehofer? Baut der gute Mensch Brücken oder Fluchttunnel und der böse Mensch Mauern oder Grenzgräben?
Sowohl böse als auch schädlich als auch falsch beinhalten dabei vor allem den schwarrzen Teil einer Schwarz-Weiß-Malerei mit Beschränkung auf nur zwei statische Zustände und somit das Negieren der Zwischenbereiche, welche Ausloten, Abwägen, Messen, Werten, Wählen und Kompromisse heißen. Die Biologie macht es uns vor. Positiv und negativ sind gleichwertig, die negativen Elektronen liefern uns guten elektrischen Strom. Es gibt keine höhere Entwicklung ohne Zellverbände, welche sich durch die Bildung von flexiblen Membranen und kontrolliert durchlässigen Poren auszeichnen. Die Membranen sind durchaus auch schichtenweise angeordnete “Gräben und Mauern”, wenn wir etwa an unsere gar nicht einfach aufgebaute Haut oder eine Zwiebel denken. Die Poren stellen dagegen selektiv durchlässige “Brücken oder Tunnel” dar. Die Natur hat dies durch wertende Evolution gelernt. Eine Haut soll unserem Empfinden nach gesund und schön sein. Gilt das für Grenzen nicht? Also sind im menschlichen Bereich wohl ähnliche Verhältnisse zu vermuten bzw. angebracht, wiederum sowohl im persönlichen wie im öffentlichen bzw. politischen Bereich.
Ebenfalls gibt es weder im Mikrokosmos der Atome und Elementarteilchen noch im Makrokosmos der Sterne und Galaxien unüberwindbare Mauern oder Gräben und auch keine beliebig große Brücken oder Tunnel.   Statt fester Mauern gibt es selbst in Extrembereichen der Natur nur teilweise durchlässige Barrieren und Phänomene wie den sogenannten Tunneleffekt, womit eine teilweise Durchlässigkeit von porenartigen Strukturen gemeint ist.
Das sind nicht nur naturwissenschaftliche Überlegungen, die im humanitären Bereich keine Bedeutung haben. Beschreibungen müssen fachübergreifend konsistent sein, d.h. falls in einem von zwei untereinander in Beziehung stehenden Gebieten etwas unzutreffend ist, stimmt insgesamt etwas nicht. Insbesondere die Geistes- und die Naturwissenschaften werden von rationalen Geistern in zahlreiche Unterbereiche aufgeteilt, hier Religion, Kunst, Anthropologie etc. und dort Physik, Chemie und Biologie etc. Wir können aber nicht erwarten, dass in einem dieser Gebiete plötzlich zum Beispiel eine Ausnahme von einem offensichtlich allgemeinen Naturgesetz auftritt.
Gut und böse bezeichnen nie völlig verwirklichte gesellschaftliche Extremalzustände, zwischen welchen eine messende oder wertende Orientierung erfolgen kann oder soll. Eine Folgerung ist also, dass es weder völlig gute noch völlig böse Menschen gibt, also weder engelhafte Mutter Theresas noch nur teuflische Hitlers. Doch Entwicklung verläuft nicht immer glatt und kontinuierlich wie langsames Gesunden oder Erkranken, sondern bisweilen sprunghaft, was in der Natur mit Quanten und Singularitäten beschrieben wird und im Leben Geburt und Tod, Entstehen und Vergehen, oder Emergenz und Katastrophe genannt wird.
Zustände entstehen, entwickeln sich also. Entwicklung hat sich aber nicht entwickelt, sondern ist ein Zustand. Zwischen Zuständen und Entwicklungen muss etwas wirken, was heute schlicht und einfach Wirkung genannt wird.
Wenn wir Philosophie wie ein Gebäude, wie eine Konstruktion verstehen, genügen für einen festen Stand drei reale Beine (etwa Dimensionen, Kategorien, Komponenten oder Koordinaten, ohne den Unterschieden zwischen diesen oft fragwürdig definierten Bezeichnungen noch große Bedeutung zu geben), nämlich eben Zustände, Entwicklungen und Wirkungen, entsprechend den bei Raumbeschreibungen üblichen Koordinaten Länge, Breite und Höhe. In der Naturbeschreibung kommt als vierte imaginäre  Größe die Zeit dazu. In besagter Philosophie können wir die vierte imaginäre Dimension der Wirklichkeit zuschreiben, durchaus ähnlich Platons Vorstellung von einer Schattenwelt.
Wir könnten auch als Ausgangspunkt axiomatisch eine imaginäre Wirklichkeit postulieren und dann Zustände, Entwicklungen und Wirkungen als reale Dimensionen hinzufügen. Wie herum wir die Welt aufzäumen, also axiomatisch begründen, das scheint quasi eine religiöse und somit nicht entscheidbare Frage zu sein. Aus Gründen der Konsistenz sollten aber wie bei jeder Naturbeschreibung drei reale und eine imaginäre Komponente vorliegen.
Real beinhaltet in Naturbeschreibung gerichtet und umkehrbar, was hier nicht näher ausgeführt und begründet werden soll. In philosophischer Darstellung muss das gleichermaßen allgemein für Zustände und speziell etwa für Körper, auch den menschlichen, gelten. Materielle Katastrophen und der körperliche Tod bedeuten zwar Auflösung in beliebig kleine Teile, welche jedoch die Materie bilden, aus welcher etwas Neues entsteht.
Genau dasselbe lässt sich auch vergleichbar über dissipierende Energie und sich verbreitende Ideen sagen, welche entstehen und wieder  verschwinden. Entwicklungen bzw. Prozesse sind ebenfalls gerichtet, jedoch auch umkehrbar.
Für Wirkungen lässt sich schlussendlich auch dasselbe konstatieren, ohne auf diesen eher abstrakt erscheinenden, aber auch durchaus realen Teil hier näher eingehen zu wollen. Doch der imaginäre Teil lässt sich nicht umkehren. Die Zeit und die Wirklichkeit verlaufen immer in einer Richtung, sind eben nichts Reales, sondern etwa nur Zähl- oder Erzählmethoden wie Stunden, Generationen oder Abschnitte in einem Blog oder Vlog. Der gleiche Stamm der Worte Zählen und Erzählen gibt dabei zu denken.
Materie und Energie, Natur und Leben, Welt und Gott,- “nur” Paarbildungen? Sind das gute oder böse Gedanken? Alles fließt, alles dreht sich im Kreise, alles ergibt sich durch Rekursion? Also diesen Text von vorne lesen? Oder sind sowieso alle Aussagen falsch, welche das Wort “alles” enthalten?
Oh Santa Philosophia, erlöse uns von dem Übel! Aber auch Philosophie kommt und vergeht. So what?

Nein, weder Latein noch Englisch, sondern die stärker ganzheitliche Thai-Sprache soll dies illustrieren: 


mai (hoch gesprochen) bedeutet fragen.  
mai (mittlere Stimmlage) bedeutet Sinn.  

mai (tief gesprochen) bedeutet nein. 


Versuchen wir, auf Thai den einfachen Satz zu sagen:
Hat fragen nicht Sinn?  

Das gibt ein Gefühl für sich rekursiv entwickelnde Sprache, sowohl Umgangs- wie auch Fachsprachen einschließlich Philosophie. Wie wir heute wissen, wird deren Entwicklung durch Spiegelneuronen gewaltig beschleunigt. So entsteht bzw. entwickelt sich in jeder Sprache relativ schnell aus einem Wortlaut ein anderer ähnlicher  mit einer veränderten, aber verwandten Beschreibung von jeweiligen Zuständen und Prozessen. Die Sprache und der soziale Charakter der Gesellschaft stehen dabei in engem Zusammenhang.  Von besonderem Interesse sind jedoch Sprungstellen, an denen etwas grundlegend Neues dazu kommt, was insbesondere beim Übergang von zwei auf dreidimensionale Darstellungen der Fall war, also etwa Galileis Entdeckungen. Heute bahnt sich wieder ein solcher Übergang an von drei- zu vierdimensionalen Vorstellungen, welcher vergleichbare Schwierigkeiten insbesondere im allgemeinen gesellschaftlichen Verständnis mit sich bringen kann.   

Statuten
Basisverträge verschiedener Art sollen Zustände festlegen wie zum Beispiel durch Satzungen, Bekenntnisse, Grundsatzprogramme, Abmachungen, Verfassungen und Konstitutionen. Die übergreifende Bezeichnung Statuten drückt deren statischen Charakter deutlich aus. Sie dienen vor allem der Stärkung einer Gemeinschaft oder Gesellschaft durch Identitätsbildung. Sowohl im privaten wie im politischen Bereich festigen sie hierarchische Strukturen durch diesen früher meist dominierenden statischen Anteil. Sie stellen vorwiegend umfangreiche in juristischer Manier klausulierte Ausarbeitungen von eher konservativ gesonnenen Vertretern der betreffenden Zusammenschlüsse dar. Diesen räumen sie nicht selten stillschweigend Vorteile ein, die dem eher progressiven Teil derselben oft zunächst gar nicht bewusst sind. Sie wurden und werden häufig von der Mehrzahl der zur Verabschiedung darin für berechtigt erklärten Personen, sei es in Versammlungen irgendwelcher Art oder in allgemeineren zumindest nach außen hin demokratisch organisierten Wahlen, formal “ratifiziert”. Selbst die volle Bedeutung dieser Bezeichnung ist der Mehrzahl der Betroffenen meist gar nicht klar, nämlich m Allgemeinen eine Verabschiedung en bloc, also ohne eine Möglichkeit zu detaillierter Stellungnahme bei einzelnen Teilen. Dadurch werden derartige Konstitutionen fast in der Regel vor allem ein Machtinstrument, welches anschließend mehr oder weniger für Tabu erklärt wird und höchstens unter erschwerten Umständen geändert werden kann auf kompliziert kontrollierte prozessuale Art. Oft stellt diese Tatsache dann einen mehr oder weniger offenliegenden Anlass für tendenziell stärker gewalttätigen Umschwung dar.
Erst in neueren Zeiten gewinnt langsam stellenweise ein als progressiv empfundener dynamischer Anteil an Bedeutung, in welchem sich zunehmende Flexibilität und Fähigkeit zu Anpassung widerspiegelt. Eine in diesem Sinn als modern verstandene Entwicklung zeichnet sich quasi per definitionem aus durch einen steigenden Anteil von flexiblen, d.h. nicht von oben fixierten individuellen Entscheidungsmöglichkeiten. Der Prototyp solcher Formen ist wohl eine Meditation, welche darum auch von konservativen Kreisen im Allgemeinen höchstens in möglichst kalkuliertem Maße oder überhaupt gar nicht akzeptiert wird.
Konservative verschanzen sich gern hinter der zunächst den einfachen Geistern einleuchtenden Erklärung, dass “alles möglichst gut” geregelt sein muss, was eine klare Verachtung der Bedeutung von spontanen und oft der aktuellen Lage besser angepassten Entscheidungen einschließt.
Dass die etablierte Vorgehensweise mehr oder weniger insbesondere den eigenen Vorteil und Machterhalt der bestehenden und als traditionell erprobt gelobten Verhältnisse einschließt, wird gleichermaßen verdrängt und sogar negiert. Da ein Übergang von statischen zu dynamischen Grundlagen generell einen mit erheblichen kritischen Umbrüchen begleiteten Vorgang darstellt, ist dieser nicht immer einfach vermittelbar, insbesondere den einfacher strukturierten Bevölkerungsteilen, also etwa dem Landvolk und sozial schwachen Kreisen. Diese werden dadurch bedenklich leicht und oft gewiss ihrem eigenen eigentlichen Interesse zuwiderlaufend zu Partnern der konservativen Seite, indem sie statische und angeblich immer als positiv zu sehende Traditionen fördern. De facto kann das diesen sogar stärkere Nachteile bringen. In erster Linie dient dies tendenziell der sich hinter abstrakten Formulierungen verbergenden Spitze der Hierarchie, ganz egal, ob diese nun nach eigenem Bekunden vorwiegend den Linken oder den Rechten zuzuordnen ist.
Instinktiv, aber ohne dies in ihrer eigentlichen Begründung deutlich erkennen zu können, favorisieren erfahrungsgemäß jene für Populismus anfällige Kreise Entscheidungsmethoden, welche als Basisdemokratie deklariert unter Umgehung einer zu starken Fixierung an für sie als nachteilig empfundene Konstitutionen ein spontanes und als modern angesehenes Verfahren zu sein scheinen. Letzteres wird aber mit der lateinischen Bezeichnung Status Quo in ihnen unverständlicher Art diskreditiert, während das Festhalten an bestehenden und oft gar nicht mehr aktuellen Verhältnissen angepassten Zuständen als gute Tradition hochgelobt wird.
Daher erscheint es im Sinne einer offeneren und gleichzeitig auch stetiger ablaufenden Entwicklung dringend notwendig, sowohl ein Wissen wie auch ein gefühlsmäßiges Verständnis für den Unterschied von statisch fixierten Zuständen und dynamisch flexiblen Prozessen herzustellen. Als wesentlich wird dabei das in den Naturwissenschaften gewonnene Verständnis für die Wichtigkeit einer klaren Unterscheidung zwischen Nah- und Fernbereich angesehen. Im Nahbereich, gesellschaftlich dem privaten Bereich entsprechend, sind materielle Verhältnisse und vor allem abstoßende Kräfte wirksam. Im Fernbereich dagegen, gesellschaftlich dem öffentlichen bzw. politischen Bereich zugeordnet, stehen ideelle und kommunikative Einflüsse im Vordergrund, welche sich in einem mit Naturvorgängen vergleichbaren Sinn durch Schwingungen und Ausstrahlung übertragen. Basisdemokratie ist dem Nahbereich zuzuordnen, die Medien gehören zum Fernbereich.
Da Menschen aber vor allem in ihrer Kindheit, also eher im privaten Bereich geformt werden, spielt dies eine erhebliche Rolle. Das betrifft sowohl Familien wie auch Kindergärten und Schulen. Die selbständige Fähigkeit von Kindern zu eigener Anpassung an Zustände und auch zur Veränderung derselben für sich selbst oder vielleicht auch die eigene Gruppe sollte also sehr gefördert werden, insbesondere ein Verständnis für die jeweilige Bedeutung von Versammlungen und Medien.
Immer wieder wurde im Rahmen der von ARS-UNA vertretenen alternativ genannten Philosophie hingewiesen auf die Stellung aller Lebewesen auf dieser Erde und speziell des Homo sapiens, des angeblich ach so weisen Menschen in der Natur, irgendwo zwischen dem in den Größenverhältnissen völlig verschiedenen Mikro- und dem Makrokosmos. In beiden so weit auseinander liegend erscheinenden Bereichen hat die Natur überall einen gleichen statischen Anteil in Form von grundlegenden Naturgesetzen, welche sich etwa in meist gar nicht in ihrer Bedeutung bewussten Naturkonstanten ausdrücken wie zum Beispiel der Lichtgeschwindigkeit oder Größe und Gewicht von Atomen. Dem überlagert sind dynamische Vorgänge, welche im Wesentlichen als Folgen  verschiedener Kräfte verstanden werden können. Dieses Nebeneinander drückt sich praktisch bemerkbar und von Einstein groß herausgestellt in der Koexistenz von Materie und Energie aus, aber im Grunde genauso im durchaus vergleichbarem Nebeneinander von Körper und Geist in den mehr oder weniger wohlbekannten Geisteswissenschaften. Die Kräfte berücksichtigen generell die Naturkonstanten, leben also quasi in Frieden mit diesen. Ebenso können wir dasselbe für das Verhältnis eines jeden menschlichen Geistes zu seinem Körper sagen und auch für Tiere je nach deren evolutionärem Entwicklungsstand und sogar wohl für Pflanzen, wo wir noch längst nicht alles verstehen.



Gesellschaftliche Bewegungen
In diesem Sinn soll durch die Suchadresse ARS-UNA.net die starke Vernetzung aller Bereiche ausgedrückt werden, vor allem auch des jeweiligen Nah- und Fernbereichs. So wird jetzt hier vor allem für stärkeres Hervortreten von flexiblen Bewegungen instelle von fixierten Organisationen geworben. Das entspricht dem Verhalten, das in der Natur beobachtet werden kann und u.a. zu Zell- und Organbildungen von unter vielen Umständen vergleichbarer Größe führt und gewiss kein Vorbild zur Bildung sehr großer Staaten ist, aber verständlich macht, warum diese meinen, großer Mauern zu bedürfen, materieller im Nahbereich wie Orban und Trump oder auch informativer im Fernbereich wie im chinesischen Internet.
Die stärker flexiblen Tiere haben dadurch offensichtlich im Vergleich zu den eher statischen Pflanzen die Nase vorn, obwohl letztere nach neuen Erkenntnissen ebenfalls gute Geruchsorgane und effektive Ausbreitungs- und sogar Informationsmöglichkeiten haben. Eine Leitlinie mag sein, mit ALLEN und ALLEM nicht lebensbedrohlich Gefährlichen aus Nah und Fern gut umzugehen, mit Menschen, Tieren und Pflanzen.
Lockere Gemeinschaften sollten dadurch eine steigende Bedeutung gegenüber stärker fixierten Gesellschaftsformen bekommen. Wesentlich ist wie meist in der Natur eine besser unter laufendem Ausgleich sich anpassende Entwicklung von jeweils favorisierten Eigenschaften oder Absichten. Nicht aber sollen bestehende Zustände unter Verdammung flexibler Prozesse peinlich genau erhalten bleiben, wofür Statuten aller Art oft missbraucht werden. Flexibilität dient eher der Verhinderung von Gefahr. Wenn sie laufend ermöglicht wird, macht es das Ausmaß von im Prinzip eher gefährlichen, aber bisweilen eben doch naturgewollten Singularitäten besser beherrschbar, wozu alles natürliche, somit Transformation einschließende Entstehen und Vergehen, also auch Geburt und Tod gehören.

Festhalten an statischen Zuständen bedeutet Hemmung von  Flexibilität. Die damit unweigerlich verbundene Stagnation fördert das Ausmaß von als Katastrophen wahrgenommenen großen Singularitäten, seien es scheinbar natürlich entstehende wie Dürre, Überschwemmung, Erdbeben und Meteoreinschläge, oder seien es entweder aus dem Streit um materielle Ressourcen herrührende oder mit mangelhafter Kommunikation verbundene ideologisch ausgelöste Kriege.  
Besseres Verständnis dieser Zusammenhänge, sowohl rational als auch gefühlsmäßig und im täglichen Leben, kann durchaus segensreiche Auswirkungen für alle wohlwollende Beteiligte haben.

Momentan kann in geistigen Entwicklungen weltweit ein Übergang von statischer zu dynamischer Sicht beobachtet werden. Nicht nur Philosophie, sondern quasi alle Natur-, Kultur- und Lebensbereiche dürften davon betroffen sein.

Diese wohl grundlegende Veränderung, welche durchaus den Charakter eines neuen Paradigma-Wechsels haben könnte, scheint bislang kaum Eingang ins öffentliche Bewusstsein gefunden zu haben. Auf der Webseite ARS-UNA.net wurde dabei wiederholt betont, dass ein enger Zusammenhang von privatem und öffentlichen Leben bestehe, welcher diese beiden wesentlichen Teile des Lebens de facto zu Spiegelbildern voneinander mache.

Im öffentlichen Raum, welcher an erster Stelle von Politik eingenommen wird, ist dabei die Tatsache bislang kaum deutlich gemacht worden, dass die Idee von Parteien generell in erster Linie ein statisches Weltbild beinhaltet,. Weithin beobachtet man „Parteienmüdigkeit“, insbesondere unter der im höheren Maß dynamischen Jugend. Jedoch sind die Zusammenhänge bislang praktisch völlig im Dunkeln geblieben.

In einem dynamisch verstandenen öffentlichem Raum, d.h. wenn dieser soweit wie möglich von fundamentalistischen Vorstellungen frei gehalten wird, und in der dazu gehörigen Politik ist das dynamische Gegenstück zu einer Partei ganz klar eine Bewegung. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass sie nicht statisch festgelegt ist durch Statuten, grundsätzliche Erklärungen und Satzungen, sondern sich Spielraum für unerwartete Vorgänge und Entscheidungen bewahren kann und muss. Derart verstandenen Bewegungen gehört sicher die Zukunft anstelle der bisherigen Parteien. Das klassische Parteienbild bzw. die Parteienlandschaft, von welcher vielfach gesprochen wird, verlieren also mit gutem Grund an Bedeutung und müssen durch etwas Neues ersetzt werden, welches eben nach aller Wahrscheinlichkeit Bewegungen sein werden. Mit auffälliger Häufigkeit tritt dabei in verschiedenen Ländern bei bereits sich zeigenden Neugründungen dieser Art das Wort Zukunft auf.

Als genereller Leitsatz lässt sich sagen, dass aus der Vergangenheit in der Gegenwart für die Zukunft gelernt und daraus praktisch umsetzbare Schlüsse gezogen werden sollen. Das bedeutet Dynamik und kann durch keine vorherigen Festlegungen irgendwelcher Art gelöst werden, was die Angelegenheit zunächst gefährlich vage aussehen lässt. Doch dürfte schnell klar sein, dass durch die dazu gewonnene Beweglichkeit dieser scheinbare anfängliche Nachteil mehr als ausgeglichen wird. Außerdem bedeutet Dynamik nicht, dass es deswegen keine statischen Anteile mehr gibt. Aber diese werden gleichsam auf den zweiten Platz verdrängt.

Derartige Überlegungen entsprechen im Prinzip den bereits im Rahmen dieser alternativen Philosophie gemachten Bemerkungen zur Rolle des Anteils der Rationalität in dieser. Letztere wird absolut nicht eingeschränkt, jedoch kommen wichtige weitere Bereiche dazu, welche bislang zu wenig berücksichtigt oder sogar mehr oder weniger tabuisiert waren. Vor allem auf drei Felder erstrecken diese sich, nämlich erstens auf Gefühle und Fitness, zweitens Sex und Macht, und drittens Mobilität und Aktivitäten. Diese jeweils zwei Anteile spannen jeweils dimensionsartige Zwischenbereiche auf, in welchen dynamische Orientierung erfolgen kann und erwünscht ist.

Ein wesentlicher Vorteil von Bewegungen gegenüber Parteien dürfte darin liegen, dass Nachteile der bisherigen Wahlsysteme leichter verbessert werden können. Generell lässt sich bislang sagen, dass ein Großteil der Wählerschaft wenig informiert ist über viele anstehende Detailfragen und infolgedessen dazu tendiert, konservativ zu entscheiden, weil sie mögliche neue Entwicklungen progressiver Art entweder überhaupt nicht kennen oder nicht genügend verstehen, so dass eine rationale Entscheidung überhaupt nicht zu erwarten ist, sondern eher eine diffuse Angst vor unbekannten Einflüssen. Dies stellt gewiss den wichtigsten Grund dar für die gewaltige Zunahme des Populismus, aus welchem zur Zeit versucht wird massiv Vorteil zu schlagen, insbesondere in abgelegenen Gebieten, also z.B. mehr bei der Landbevölkerung als in den Städten, oder aber auch in Abhängigkeit vom Bildungsgefälle.

Ein weiterer wesentlicher Punkt beim Übergang von statischen zu dynamischen Verhältnissen ist das Verhältnis zu etablierten Religionen aller Art. Diese sind ihrem Wesen nach praktisch immer und überall mit nur geringen Ausnahmen in statischer Art fixiert, also etwa an grundlegende Schriften und Bekenntnisse gebunden und dienen wahrscheinlich oft mehr der Schaffung von gemeinsamer Identität als dem angeblich zentral wichtigen Glauben. Daher ist es praktisch zwangsläufig, dass der Übergang von statischen zu dynamischen Verhältnissen auch eine neue Säkularisierung bedeutet, was gewiss wie schon früher auf erbitterten Widerstand der Machtzentren aller etablierten Religionen stoßen wird. Hier muss viel behutsame Aufklärungsarbeit geleistet werden, damit dieser Übergang zu neuen Lebensformen nicht erneut in grimmige Religionskriege ausartet. Dies betrifft ausdrücklich alle etablierten Religionen nahezu gleichermaßen. Besagte Zukunft, welche möglicherweise von jenen neuen Zukunfts-Bewegungen vertreten wird, mag sich also besser auf philosophische als auf religiöse Basis beziehen. Philosophie bedarf keiner Bekenntnisse und sollte jederzeit und an jeder Stelle zu dynamischen Anpassungen an die jeweiligen Gegebenheiten fähig sein.

Tendenziell könnte es also zunächst im privaten Raum von einer zu Gebeten neigenden statischen Haltung zu dynamisch verstandenen Meditationen gehen, welche als Basis angesehen werden für die Auslotung von Kompromissen, oder falls die Bezeichnung gestattet wird, eines modernen Mittleren Wegs. Im öffentlichen Raum, sprich in der Politik vor allem, sollte ein entsprechender Übergang von statischen Deklamationen zu einer durchaus von der Basis kommenden dynamischen Meinungsfindung stattfinden, in welcher also ein direktes Gegenstück zu persönlicher Meditation gesehen werden kann.



Formen der Aiseinandersetzung

Die Debattenkultur scheint sich durch die Mediendemokratie verändert zu haben. Emotionen und Empörung bestimmen mehr den Stil als Sachfragen und Kompromisse. Ist wichtiger, wie wir diskutieren oder was wir diskutieren?

Es dürfte klar sein, dass beides wichtig ist und dass die vergleichsweise Bestimmung der Bedeutung sich schwer abwägen lässt. Es sind zusammenhängende Fragen und so müssen sie gewiss in ihrer gegenseitigen Abhängigkeit angegangen werden. Von vornherein kann nicht einmal gesagt werden, welche der beiden der Ausgangspunkt sein soll.

Das Zusammenwirken und die Wechselwirkung von Statik und Dynamik scheint dabei eine große Rolle zu spielen. Sind Zustände das wichtigste Thema oder Entwicklung? Jegliche Zustände lassen sich von definiertenVoraussetzungen ausgehend untersuchen und bestimmen. Entwicklungen können dagegen uns selbst infrage stellen und fordern uns heraus.

Lassen wir Entwicklung außer Acht, so sind Zustände als vorgegeben anzusehen und fixiert. Religiöser Glauben basiert darauf, hat fundamentalen Charakter und wird durch Gebete bestärkt. In der Philosophie werden umgekehrt feste Zustände nicht unbedingt respektiert und es kommt vor allem an auf neue Entwicklung, die eher durch Meditation befördert wird. Veränderungen und ihre Auswirkungen spielen eine größere Rolle und damit Tendenzen zu Anarchie und Chaos. Eine einseitige Sicht, entweder rein statisch oder rein dynamisch, lässt sich im Allgmeinen nicht verwirklichen. Wesentlich sind die Wirkungen zwischen beiden. Der Begriff der Wirkung bekommt damit eine zentrale Bedeutung, was sich gleichermaßen in allen Gebieten konstatieren lässt, insbesondere sowohl in den Geistes- wie in den Naturwissenschaften. Die Natur und damit auch unser Leben verwirklicht sich durch diese Wirkungen. Das sprachliche Wort als wichtigstes Element der Geisteswissenschaften entspricht den Erkenntnissen der modernen Naturwissenschaften, was die Bedeutung von Konsistenz zwischen beiden Kulturbereichen unterstreicht.

Wirkung wird jedoch in klassischer philosophischer Sprache vor allem durch den Zusammenhang von Ursache und Wirkung verstanden. Das physikalische Verständnis dieses offensichtlichen Kernbegriffs hat durch Max Plancks Formulierung des Wirkungsquantums eine konkretere und zunächst schwerer akzeptierbare Wendung genommen. Wirkung hat demnach nicht prinzipiell einen kontinuierlichen Charakter, sondern zeigt stoßweise Effekte.

Inzwischen ist unser Bewusstsein für nicht kontinuierliche Prozesse gewachsen. Langsam setzt sich auch der abstrakte, in der Mathematik dafür gebrauchte Begriff Singularität für infinitesimal kurze Ereignisse durch. Jede Lichtemission durch ein winziges Atom hat singulären Charakter und genauso der Einschlag eines riesigen Meteors auf die Erde.

Singularitätten mögen als sehr unangenehm empfunden werden, gleichermaßen als Katastrophen wie auch als der Tod. Doch sie sind für neue Entwicklungen entscheidend wichtig, die sowohl durch Katastrophen als auch durch eine neue Generation ingang gesetzt werden können.


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Version 3.2 vom 24.08.2018