ARS UNA

Connecting Arts, Religion, Sciences - Alternative Philosophy of Development

  A modern Middle Way in Institutions and  Private Life  (in English and German)

Als Rabe kein skuriler Hybrid,
sondern unabhängiger Philosoph als öffentliches Spiegelneuron

Kaum jemand interessiert sich für die scheinbar völlig überflüssige Schreiberei dieses selbsternannten Philosophen, so dass er die Verzweiflung bekommen könnte.   

Auf jeden Fall zieht er hier und jetzt daraus die naheliegende Konsequenz, mit dem Erzeugen solcher “Produkte” aufzuhören. Dafür wird ins Visier genommen, was die Ursachen sein mögen und ob diese Situation akzeptiert werden muss. Die Ich-Form wird dabei vermieden, weil ein wichtiger Aspekt  gleich zu Anfang deutlich gemacht werden soll, dass er sich nicht nur als Individuum, sondern trotz seiner zurückgezogenen Lebensweise in ähnlichem Maß als Teil der lokalen und auch der weltweiten Gesellschaft sieht.
Diese einleitenden Bemerkungen bedürfen sicher noch einer Politur und sind auch in ihrem Inneren nicht sakrosankt. Sie haben eher die Bedeutung einer Vorab-Skizze als einer Zusammenfassung, welche sich in diesem Fall ganz besonders nicht im Voraus geben lässt, weil es um Entwicklung geht und – das lässt sich schon jetzt sagen – nicht klar fixierbare Grenzen eine wichtige Rolle spielen.
Doch welche Rolle spielt man in einer solchen Situation selbst? Im Moment erscheint es, als sei diese praktisch gleich Null und damit Schluss-Punkt-aus. Der Typ wird ja sowieso bald abkratzen. Was sollen sich damit andere, mit ihren eigenen Aufgaben in diesem nicht immer ganz einfachen Leben hochbeschäftigte Leute noch viel oder gar lange beschäftigen?
Um zu versuchen, eine Antwort auf diese Frage einzukreisen, gibt es verschiedene mögliche durchaus individuelle Startpunkte, die jedoch keine übermäßig große Rolle spielen sollten  Der eigene Anteil spielt unverhohlen schon eine etwas größere, beinhaltet bereits Auseinandersetzung mit der auch nicht scharf fassbaren Gesellschaft. Es geht schlussendlich aber nicht nur um eine bestimmte Gesellschaft. Bei jeder können zunächst einmal genauso dicke Problemchen wie bei jedem Individuum vermutet werden können. Das hat kaum nur etwas mit der jeweiligen Raunzeit zu tun, was also zum Beispiel genau an einem bestimmten Tag in Hong Kong oder Stockholm geschieht. Geht es zunehmend um Tendenzen oder um noch wichtigere Phänomene?
Auseinandersetzung scheint wirklich wichtig zu sein und macht geneigt, diese hier sofort mit der international und zeitlos attraktiver erscheinenden Bezeichnung Interaktion zu belegen. Das ist geschehen und hat zu einer wenig beachteten und vielleicht tatsächlich nicht derart bedeutsamen Aufspaltung der öffentlichen Rabenpräsenz in der Zwitscherwelt geführt. Zunächst trat jenes animalisch-menschliche Wesen eher aus der Ferne, nämlich aus Bangkok in Thailand kommend, nicht gleich verständlich als Khlongrabe auf und vermischte kräftig asiatische und deutsche Zutaten, dann aber entstand ein Ableger unter der Überschrift von dynamischer Wechselwirkung, welche vielleicht ähnlich schizothym oder gar schizophren erschien und wahrscheinlich genauso nur einen nicht allgemein interessanten Teilaspekt betraf.
Wo steckt der Wurm? Das Verhältnis zwischen dem selbst als so bereichernd empfundenen Thailand und dem von jedem anders rezipierten Deutschland interessierte offensichtlich nur wenige Individualisten oder Grüppchen. Mit dem Verhältnis dieser oder jener Position bei einer oft gewiss als nebulös erscheinenden dynamischen Wechselwirkung stand es ähnlich. Also war es nun wohl das Richtige, Bankrott anzumelden und den Laden zu schließen, was wohl dem Trend in Coronazeiten zu entsprechen schien. Doch Umbruchzeiten in kritischen Gebieten bedeuten laut dem oft verschmähten Darwin auch Selektion. Sollte dieses skurile Hybridwesen eines humanen Vogels sich “unterkriegen” lassen und 75 Jahre nach dem in der Jugend bitter erlebten Krieg doch noch geschlagen geben?
Die Antwort liegt zum Beispiel, aber nicht ausschließlich in diesem Artikel. Sie lässt sich nicht wie mit einer Fliegenklatsche erledigen. Wir lernen gerade, dass Aerosole bessere Methoden der Verbreitung als einfaches Versprühen sind. Vielleicht kann man auch in diesem Fall einen Spieß umkehren und geistige durchaus als fördernd empfundene Viren im weltweiten Bewusstsein verbreiten, also nicht einfach fragwürdige auf DNA kodierte Gene oder Schnipsel in Computer-Maschinensprache, sondern was-auch-immer-für Meme, die wie Gene zwar nicht generell, aber im Endeffekt doch entscheidend fördernd sein können. Doch Selektion ist von den Nazis übel in Verruf gebracht worden. Muss gerade ein in Deutschland ausgeschlüpfter Rabe nun in dieser Hinsicht extrem vorsichtig sein?
Dieser ist von der vor allem durch die schrecklichen auf Japan abgeworfenen Atombomben in Verruf geratenen Physik ins Feld der positiver verstandenen molekularen und kosmischen (wie bitte?) Biologie übergewechselt, sah dabei aber das vielleicht noch größere Potential von Film und überhaupt Medien  und verendete scheinbar als durchschnittlicher Taxifahrer im Dschungel einer Großstadt. Scheinbar zumindest, doch er hatte im Hinterkopf und nicht nur dort die Vorstellung von der Beschreibbarkeit dieser kaum beschreibbaren Welt durch einen imaginären und einen wirklichen, wissenschaftlich natürlich real genannten Anteil. Ist das schon wieder zu viel von der verabscheuten Philosophie?
Ganz wesentlich ist nach solchen Erfahrungen das Zusammenwirken einerseits von memetischen Vorgängen, im Prinzip wie gehabt durch Mutation, Rekombination und bestimmte Proteine, und andererseits von geistigen, aber jetzt auch gefühlsmäßigen, üblerweise sogar sexuellen und auf aktiver Verbreitung beruhenden Phänomenen. An dieser Stelle könnten also den Menschen und möglicherweise sogar manchen Tieren scheinbar still und leise mehrere neue Anteile im Erfahrungsspeicher gleichsam untergejubelt werden. Die Berechtigung dazu scheint nur aus vielfach gefürchteten, aber möglichen Grenzüberschreitungen zu kommen.
Eines dürfte deutlich werden. Der Rabe beginnt trotz zunehmender Altersschwäche noch einmal so kräftig wie möglich zu krächzen und mit den Flügeln, auch den Krallen, - kurzum mit allen einigermaßen verfügbaren Mitteln um sich zu schlagen und Radau zu machen, und zwar in der aufgeplusterten Überzeugung, damit etwas zu tun, was mit dem magischen, aber vagen Wort positiv belegt werden kann. Geht es um Selektion? Wohl zum Teil, aber nicht nur – eben vor allem auch um den Inhalt dessen, was dadurch vermittelt werden mag. Die rote Warnlampe des Missionarentums blinkt. Aber dass tendenziell als fundamentalistisch verstandene  Missionare weder mit ihren Genen noch ihren Memen etwas Entscheidendes zu bieten hätten, dürfte wohl inzwischen bei uns klar sein.
Die unübersehbare Eigenschaft damit charakterisierbarer Evolution, unvorhersagbar zu sein, lässt sich damit nicht beseitigen. Also besser die Finger davon lassen? Hier kommt nun ein aus dynamisch interaktiver Khlongrabensicht zentraler Punkt, der gleichzeitig dafür verantwortlich sein mag, dass diese als zentristisch eingestuft werden könnte. Es wird nämlich behauptet, dass Evolution nur ein Teilaspekt von viel allgemeinerer Entwicklung ist, wo eben auch eine neue oder vielleicht auch gar nicht so neue Art von Philosophie zum Zuge kommen muss. Jetzt werden also jene allgemeinere Entwicklung und eine noch ferner erscheinende Art von Philosophie einander gegenüber gestellt.
Lässt sich dieses möglicherweise duale Pärchen mit wenigen dürren oder blumigen Worten umreißen? Wohl kaum, und dennoch sei es versucht. Denn das ist der Anfang der den meisten Menschen noch ominöseren Rekursion, also langsamer Annäherung an ein zuvor nicht bekanntes Ziel.
Die neue Philosophie wird laut nicht ganz intuitionsfreiem Rezept aus eben Entwicklung, Wirkung(en) und Grenzen mit Quantenübergängen, nicht völlig verschieden von zeitlichen Schritten, verrührt und soll “von alleine” gedeihen. Diese Philosophie wird aus Grunderfahrungen, nämlich zuallererst üblerweise Sex, und dazu Aktivitäten, Rationalität und Gefühlen angerührt und braucht zwar vielleicht externen Einfluss, aber keine Institutionen als Rührtopf.
Sowohl dass das “vn alleine” geschehen soll als auch ohne die Lebensunterhalt gewährenden Institutionen erregt gewiss großen Unwillen. Doch der hybride Rabe hat ja geistige Flügel und kann sich hoffentlich aus dem Staube  machen. Gefahrlos ist die Sache aber nicht. Gewinnt, wer wagt?
Beispielhaft scheint als einer der Pioniere Homer gewesen zu sein, der Odysseus auf die Reise geschickt und damit fast drei Jahrtausende überlebt hat. Andra moi enneppe, Mousa, polytropon , hos mala planchtä . .  ja, nenne mir das multipolare Wesen, oh Muse, das . . . 
Entsprechend kann der Rabe mit nicht gerade schönen Erfahrungen durch Kriegseinwirkung auftreten, was natürlich und kultürlich von den meisten Mitmenschen als unklarer tierischer Anteil mit höchstgradiger Skepsis betrachtet wird. Wiederum erfolgt kräftiges Krächzen, sogar Umwelt- und sozial unverträglich RyanAir‘s Flügel schlagend und – am unangenehmsten – mit den Krallen nach dem Internet greifend.
Um selber das Gewicht des Angebotes prüfen zu können, hat dieser merkwürdige Rabe eine alte Bäckerwaage etwa aus dem letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhundert mit diesen eigenen Krallen schon vor über vierzig Jahren restauriert und durch eine ebenfalls schon als antik zu bezeichnende Briefwaage zur Feinabstimmung komplementiert. Als Ergänzung zu den Flügeln wurde im geliebten Italien ein nicht ganz kleiner Blechfisch erstanden, der leuchtfähig ist. Aber ob irgendwelche dieser für nebensächlich angesehenen Vorbereitungen wesentlich sind, darüber lässt sich kaum etwas sagen. Auf jeden Fall wurde ziemlich beharrlich Distanz zu allen Institutionen eingehalten, vielleicht zum eigenen Nachteil, vielleicht aber auch der eigenen Originalität dienend.
Doch wie steht es mit den persönlichen und gesellschaftlichen, in diesem Zusammenhang auch nicht ganz unwichtigen Umständen aus? Um es kurz zu machen, seien beide schlicht und einfach als in hohem Maße, doch nicht vollständig blockiert charakterisiert. Die privaten Verhältnisse unterliegen starkem Druck aus familiären Kreisen, die öffentlichen, auf den ersten Blick erstaunlich, tun das sehr ähnlich. Ah – es kommt also wohl wieder auf die interaktiven dynamischen Zwischenbereiche an, oder etwa auf tierische Komponenten, die bei beiden nicht etwa anerkannt, sondern ähnlich verdrängt zu werden scheinen.
Aber auch weder der dynamische interaktive noch der menschlich-tierischen Zwischenbereich könnten vielleicht völlig umfassen, um was es imaginär und real tatsächlich innerdem und außerdem geht. So könnte sogleich zu elementar-kosmischem oder transbiologischem Isaac Asimov oder Stanislav Lem gegriffen werden. Oh – was könnte uns noch alles kommen, einfach die Auflösung der gesamten Welt? Keine Angst, diese geschieht natürlich und kultürlich. Aber hier und jetzt bewegen wir uns in verhältnismäßig kleineren Schritten und können darauf durchaus ein nicht unbeträchtliches Glück gründen. Gefallen die Stimmen von Vögeln in einem dichten Wald? Oder muss man dort nicht nur Rabenkrächzen, sondern sogar sexbesessene Wölfe fürchten?
Geht es nun nur um Psychotherapie oder Verhaltenstraining? Zweifel, Zweifel, - sind Zweifel nur die Sache eines von schräger Philosophie besessenen schrägen Raben? Ganz egal, was es sein könnte, sowohl Raumzeit als auch Kultinatur sollen beide, so sagt es auch diese neue Rabenphilosophie, mit imaginärer Zeit beginnen und daraus Realität durch kontrollierte Grenzüberschreitungen gewinnen. Puuh - ist das in virenverseuchter Umwelt und bei Blitzgewitter der Medien nicht eine Reise mit dem Rekursions-Transport wert?
Rekursion, Exkursion, alles ziemlich ähnlich? Sind das vielleicht die kleinen, aber wesentlichen Lernschritte an animalisch anmutenden philosophischen Spiegelneuronen? Fragen über Fragen, aber gerade das Fragen soll für Menschen besonders charakteristisch sein. Wenn wir doch nicht so faul wären! Aber um ehrlich zu sein – sowohl Philosophen als auch Raben sind ganz ähnlich faul. Nur wurden sie durch irgendwelche heftige Umstände davon abgebracht. Mediziner könnten lernen, dass diese angeblichen Krankheiten Singularitäten heißen und sogar eine Hauptcharakteristik alles Lebens im weitesten Sinn sein dürften, nämlich ein zunächst unzulässig erscheinender Bereich, der sich beispielsweise in der Mathematik dadurch auszeichnet, das er durch unerlaubtes Teilen durch Null zustande kommt. Alles klar? Wir verstehen doch sicher schon, was Geburt und Tod bedeuten. Dann kommen gleich Schöpfung und Apokalypse und dann?
Der philosophische Rabe krächzt, ohne ganz den Wissenschaftler zu verheimlichen, seinen wieder des Raben neuen Song von einem ewigen Leben. Doch er klingt ein wenig anders als bei den Mönchen. Die Schöpfung bleibt dabei nicht auf der Strecke, sondern geschieht, vielfach ziemlich unerwartet, laufend von neuem. Vielleicht könnten wir lernen, besser häufige Big Bangs zu hören und sie gut zu verdauen. Vitamine gefällig?

© Hans J. Unsoeld Berlin 2020

200817