ARS UNA

Connecting Arts, Religion, Sciences - Alternative Philosophy of Development

  A modern Middle Way in Institutions and  Private Life  (in English and German)

Berlin-Reinickendorf

Was wird aus dem Flughafen Tegel?


Soll aus dem Flughafen Tegel eine Party-Meile werden? Diese Möglichkeit wurde nicht etwa zum Beispiel im Berliner Tagesspiegel, sondern  im englichen Guardian vorgestellt.  


Tegel liegt als deutlich bevorzugter Unterbezirk am schönen Tegeler See in der Nähe des leider immer noch unschönen Lärm verbreitenden und potenziell gefährlichen Flughafens, der zwar durch Volksbefragung mit 56,2% zu 41,6% befürwortet wurde. Dieser konservative Unterbezirk bietet ein angenehmes kultiviertes Lebensumfeld, das einerseits gewiss auf die Brüder von Humboldt zurückgeht. Andererseits  wird immer noch die lebensfrohe und lockere Art der Franzosen widerspiegelt, in deren Besatzungszone Reinickendorf nach dem Krieg lag, was zumindest für Teile der restlichen eher sozial orientierten Unterbezirke nicht unbedingt gesagt werden kann. Wenige und eher sehr einfache Kulturangebote bieten dort trotz nicht zu leugnender Bemühungen um Stadtteil-Gemeinschaftsarbeit nur unzureichende Möglichkeiten für Freizeit-Unternehmungen mit nicht allzu niedrigen Ansprüchen. Auch die etwas gehobenere Geschäftswelt meidet eher den Berliner Norden. Zum Beispiel ist die Elektronik-Firma Conrad im Süden der Stadt dreimal und im Norden überhaupt nicht vertreten.
Abhilfe würden sicher nur mit Nachdruck angegangene Projekte bringen, welche eine deutliche Anhebung des Niveaus bewirken. Das kostet Geld und wird bislang lieber an anderer Stelle ausgegeben. Selbst eine offene Diskussion entsprechender Fragen schien nur an untergeordneter Stelle stattzufinden. Diese Stadtviertel sind als problematisch bekannt, was gewiss an der sozialen Bevölkerungsstruktur liegt. Für nicht allzu teure Sozialprojekte werden zwar in beschränktem Rahmen Gelder bewilligt, doch von einer Anhebung des kulturellen Niveaus auf eine mit dem Berliner Süden vergleichbare Stufe ist noch nicht die Rede. Eigene Stadtteilarbeit wird aber gefördert und auch persönlich unterstützt.     

© Copyright Hans J. Unsoeld, Berlin 2018

Updated July 27, 2018