ARS UNA

Connecting Arts, Religion, Sciences - Alternative Philosophy of Development

  A modern Middle Way in Institutions and  Private Life  (in English and German)

Twitter als beidseitiges Medium
Fragwürdiges Stumm-Schalten

Radio, Fernsehen und Webseiten erscheinen der schweigenden Mehrheit als sinnvolles Transportmittel von Nachrichten. Durch die zwangsweise Eintreibung von nicht gerade niedrigen Gebühren wird uns diese Meinung sogar mehr oder weniger aufgezwungen.  


Im Rahmen dieser Webseite von ARS-UNA wurde mit dem hier vertretenen modernen Mittleren Weg zunächst auch diese Ansicht weiter verfolgt, die mangelnde Resonanz jedoch zunehmend als sehr schwerwiegend gesehen. Anfangs fragt man sich als Autor dann allerdings, ob die Qualität der Texte zu niedrig oder ob die Quantität zu groß ist, d.h. es wurde vielleicht zu langatmig geschrieben. Das ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass insgesamt der Strom der Nachrichten mehr und mehr gewiss nicht zu Unrecht wie eine Flut erscheint, der wir uns kaum noch erwehren können. Daran mag durchaus etwas Wahres sein, doch langsam siegt die Überzeugung, dass das nur sehr teilweise der Fall ist.
Twitter scheint in dieser Hinsicht eine bidirektionale Lösung anzubieten. Offensichtlich wird es auch gern als besseres Mittel für Kommunikation angenommen, nicht nur von Privatpersonen, sondern auch vom Politikern. Doch nun zeigt sich gerade bei letzteren, dass das Problem wieder bei den Menschen und in diesem Fall der Kommunikation zwischen privaten und öffentlichen Personen liegt. Die private Seite wird beschuldigt, die öffentliche mit zu großer Quantität von schlechter Qualität zu überschwemmen, während die privaten Teilnehmer sich von den öffentlichen ignoriert und ausgegrenzt fühlen. Wiederum dürfte an beiden Feststellungen etwas Wahres sein. Bei Twitter geht das so vor sich, dass die privaten Verfasser sich zu “followers” der öffentlichen machen und wie sonst von den bisherigen Medien gewohnt deren Meinung aufnehmen, während umgekehrt die Mitteilungen der wegen ihrer Zahl als lästig gesehenen Privatleute stumm geschaltet oder geblockt oder gar mit “shaodow banning” belegt werden, was im Deutschen noch nicht mit einem entsprechendem Ausdruck Widerhall findet und außerdem heftig und teilweise, aber nicht generell geleugnet wird oder werden kann.
So kommt es aber, dass Politiker von wohlgemeinten und für sie potenziell höchst wichtigen Hinweisen nichts erfahren und ihre Politik damit schleichend zunehmend auf eine abgehobene fragwürdige Bahn geraten kann. Das scheint immer wieder sogar sehr erheblich der Fall zu sein. In der aktuellen Lage wurde der Bundeskanzlerin Merkel wieder und wieder derart „zugeraunt“, dass eine vierte Amtszeit nicht mehr als akzeptabel erscheint. Martin Schulz wurde nach der anfänglichen Niederlage in Nordrhein-Westfalen deutlich mitgeteilt, dass dies vor allem daran lag, dass er seinen Aufruf zu mehr Gerechtigkeit nicht damit unterlegt hat, sich vor allem gegen die massive Ungleichverteilung mit praktischen, in der Oberschicht natürlich unwillkommenen Vorschlägen zu wenden, z.B. mit einer erheblichen Erhöhung der Grundsteuer. So scheitern Politiker gewiss an fehlender Akzeptanz von ihnen zugehender Kommunikation.
Dasselbe droht aber auch noch im Wahlkampf befindlichen jüngeren Politikern. Twitter-Teilnehmer senden denen gewiss nicht selten sinnvolle Ratschläge oder bieten einfach Unterstützung an, werden aber auf oben genannte Art ausgeblendet und wenden sich nicht in bester Stimmung ab. Dies sollte schlicht und einfach zu denken und zu Änderungen Anlass geben.   

© Hans J. Unsoeld, Berlin 2018  
Sept. 29. 2018