ARS UNA

Connecting Arts, Religion, Sciences - Alternative Philosophy of Development

  A modern Middle Way in Institutions and  Private Life  (in English and German)

Moderner Mittlerer Weg
Dynamische Entwicklung statt Leitkultur

Ein moderner Mittleren Weg unterscheidet sich deutlich von den ursprünglich buddhistischen Vorstellungen. Modern soll besagen, dass wir uns nicht auf eine festgelegte (statische) Lehre beziehen. Er kann weder im privaten Bereich noch durch die Gesellschaft etwa als Leitkultur vorgegeben werden, sondern sollte an jeder Stelle und in jedem Moment neu dynamisch austariert werden. Dadurch entsteht Entwicklung in einem modernen dynamisch verstandenen Sinn.  

Wenn dies vor allem im Nahbereich geschieht, entspricht es dem, was Tropfen in  einem Fluss tun, nämlich die beste mögliche Art der Verwirklichung für den gesamten Fluss zu suchen. Dieser transportiert große Mengen Wasser in ferne Bereiche, und auch verdampfendes Wasser bringt anderswohin den benötigten Regen. Damit ist sehr wahrscheinlich, dass das Resultat insgesamt die beste mögliche Lösung ist, was aber nicht vergleichsweise seltene singuläre Ausnahmen ausschließt. Letztere können aber nicht Teil eines routinemäßigen Vorgehens sein, sondern nur die Folge von diskontinuierlichen Randbedingungen. Hinter diesem aus der Mathematik stammenden Ausdruck verbergen sich sämtliche nicht vorhersehbaren Ereignisse ohne weitere Spezifizierung. Im Leben heißen sie Geburt und Tod, in der Natur Entstehen und Vergehen.
Eine Gesellschaft hat auch mit den drei Phasen des Wassers vergleichbare drei Teile. Manche Menschen leben gern in eigener Behausung fest an einem Ort, andere mobiler im Lande eher als Mieter, und nicht vergessen werden sollten auch diejenigen, welche aus welchen Gründen auch immer verstreut in der Welt auch dort viel Nützliches für ihr Heimatland machen, was kaum noch etwas mit Tourismus zu tun hat.
Diese drei Gruppen müssen sich in dynamischer Wechselwirkung als ein Ganzes verstehen und zusammenhalten. Das ist nur möglich bei durchlässigen Grenzen, denn Wechselwirkung braucht Durchlässigkeit und Zusammenhalt Grenzen.  

© Hans J. Unsoeld, Berlin 2018
Updated Nov. 02, 2018

   


Der Mittlere Weg der Erkenntnis. Die Beziehung von Ich und Welt in der Kognitionswissenschaft - der Brückenschlag zwischen wissenschaftlicher Theorie und menschlicher Erfahrung