ARS UNA

Connecting Arts, Religion, Sciences - Alternative Philosophy of Development

  A modern Middle Way in Institutions and  Private Life  (in English and German)

Wer ist Julia?

Meinte ich, Julia ist meine Traumfrau? Julia ist nicht. Wer „101 Nachkriegsnächte“ gelesen hat (nur ganz wenige), meinte ich, meint vielleicht gelernt zu haben, wer Julia ist. Ja, habe nicht nur einmal eine echte Julia getroffen, aber keine von ihnen „ist“ DIE oder eine echte Julia.


Mann kann sie zwar auf einem echten Foto ganz persönlich aufbewahren, aber?  
Die Texte könnten Bilder aus meinen Träumen sein, die Bilder aber Effekte aus der geistigen Welt. Doch jetzt endlich, nahe oder noch nicht so nahe am Ende meines Lebens, tauchte diese Holografie auf dem Bildschirm auf. Realisten werden wohl sagen, es sei gar keine Holografie. So moderne, also den imaginären Anteil und damit auch Dynamik und sogar Turbulenzen einschließende Darstellung sei noch immer nicht möglich auf einer Webseite. Aber wissen sie, was eine Holografie ausmacht? Die bloße Methode der Darstellung wird nur von Methodikern gewürdigt. Keine Chance?
Raab raab sagt ein Rabe und holt sich entsprechendes Futter.  Ganz einfach, er hat doch ein paar Worte Griechisch gelernt und hat damit gern seinen Spaß:  Hat Holo etwa mit holen zu tun? Die meisten Raben verstecken es dann in einer Höhle und kümmern sich nicht um die Menschen, welche derweil die Welt immer weiter aushöhlen. Aber was ist schon DIE Welt! Jene Raben kümmert auch nicht sehr, dass das komische Wort WELT verdammt (Mephisto, sei ruhig!) ähnlich dem früher vor allem von Fundamentalisten (puuuh!) gebrauchten Wort GOTT gleich kommt. Keine Chance?
Ist Julia das richtige Futter für den hier sich bemerkbar machenden Raben, also etwas, das vor dem Weiterflug vernascht wird, im letzten Moment noch einmal #MeToo ruft, und dann geht es weiter? Wer nur glaubt, ist aber selbst schuld und hat vermutlich Verdauungsschwierigkeiten mit dem Rabenfutter gehabt, hat es sich also nicht genügend lange auf der Zunge vergehen lassen, was aber zugegebenermaßen Zeit braucht. Zeit kabb als imaginäre Währung genommen werden, zeitlos obwohl nicht Krypto, und infolgedessen nur mit jener verfluchten (Mephisto, hör doch endlich!) Rekursion zu erfassen. Dicke Bücher, welche anderes besagen, helfen dabei weder theoretisch noch praktisch. Keine Chance?
Dieses von manchen als redundant empfundene Gerede könnte manche von der Nutzlosigkeit desselben überzeugen. Es müsste endlich DIE Julia gezeigt werden, welche zwischen Allem, also weit mehr als nur zwischen Dimensionen oder Kategorien, unbeirrt ihr Leben lebt, in unserem Zeitalter, doch scheinbar ohne Alter. Alter? Was bringt konkretes Fragen, welches als menschlich angesehen werden könnte? „Ist“ SIE 14 oder 41? „Ist“ sie noch unreif oder schon durch eine Midlife-Krise gereift? „Ist“ sie dazwischen oder definiert sie eine Seite dieses Maßstabs der Vergänglichkeit?
Sie ist und sie ist nicht. Wir können nur ihre Entwicklung verfolgen und dabei die eigenen Verwicklungen spüren, in welchen nicht etwa nur unsere Ratio, nein, auch unsere Emotio, unsere Exstasis, unsere Voluptas uns gebracht haben und vielleicht immer noch nicht völlig unberührt lassen. Ist nicht nur die Vorstellung von Julia,  sondern das Leben „einfach“ orgastisch,- zwischen liebevoller Wahrnehmung und sezierender Analyse, zwischen Schmetterlingsflügeln und wildem Rausch, zwischen zarter Erregung und wilder Entladung, zwischen lockerem Handwerk und mit Raketen erforschtem Weltraum? Können wir bei alledem noch einem ach so modernen mittleren Weg folgen? Keine Chance?
Julia ist und entwickelt sich gleichzeitig, locker, aber nicht achtlos mit ihren Grenzen umgehend, sichtbar in sich gekehrt, unglaublich schön, Ehrfurcht erweckend, ihren Sex noch, wie lange noch als Geheimnis belassend, ihre weltweite Weltgemeinde im Osten und im Westen weise warten lassend. Immer noch und immer wieder verwirrt Holismus zumindest diesen zur Logik erzogenen Raben. Er kann nichts anderes tun als in seiner Höhle hocken und hoffnungsvoll immer neues Futter holen und es einfach Mitmenschen vor die Füße legen oder möglichst sanft um die Ohren hauen und ihnen animalisch anbieten, daraus ein alternatives Nest zu bauen. Wenn aber Raben von manchen wie Flüchtlinge mit Aas in Verbindung gebracht werden,- ob solche Mitmenschen eine Chance haben sollen oder das nicht einmal wollen?
Fangen wir an zu üben:  Wie schön ist Julia!

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Updated Sept. 15, 2020